Keel, Aktie

Keel Aktie: 12–17 Milliarden USD KI-Verträge in Prüfung

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 17:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Keel Infrastructure schaltet US-Miningstandorte ab und meldet für das zweite Quartal 2026 30,4 Millionen USD Umsatz sowie 65 Millionen USD Verlust.

Keel Infrastructure beendet US-Bitcoin-Mining und setzt auf KI
Modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Glasfaserkabeln als Symbol für KI-Infrastruktur und digitale Großprojekte. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Keel Infrastructure Corp. leitet eine fundamentale strategische Neuausrichtung ein und verabschiedet sich schrittweise von seinem ursprünglichen Kerngeschäft als Krypto-Miner. Das Unternehmen gab bekannt, sämtliche Bitcoin-Mining-Standorte in den USA außer Betrieb zu nehmen.

Ziel dieser Maßnahme ist es, die bestehende Infrastruktur vollständig auf KI-Workloads und Hochleistungsrechnen (HPC) umzustellen. Diese Nachricht löste am Markt eine deutliche Reaktion aus: Die Aktie notiert aktuell bei 3,65 USD, was einem Plus von 8,8 Prozent am heutigen Handelstag entspricht.

Strategischer Rückzug aus dem Bitcoin-Mining

Der Rückzug aus dem Mining-Sektor in den USA erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Erträge in der Krypto-Branche, während die globale Nachfrage nach Rechenkapazitäten für Künstliche Intelligenz massiv ansteigt.

Während Keel seine Mining-Aktivitäten in Kanada fortsetzt, sollen die freiwerdenden Kapazitäten an US-Standorten wie Moses Lake, Panther Creek und Sharon künftig für Hyperscaler und KI-Unternehmen genutzt werden.

Medienberichten zufolge prüft das Management bereits potenzielle Verträge mit einem Volumen zwischen 12 und 17 Milliarden USD. Ein wichtiger Meilenstein in dieser Strategie ist die Genehmigung eines neuen Datencenter-Projekts in Sherbrooke, Kanada, das die Position des Unternehmens im HPC-Markt festigen soll.

Quartalszahlen und Liquidität im Fokus

Die am gestrigen Mittwoch veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal 2026 verdeutlichen die Kosten dieser tiefgreifenden Transformation. Keel meldete einen Umsatz von 30,4 Millionen USD, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Rückgang von rund 50 Prozent entspricht. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 65 Millionen USD bzw. 0,11 USD je Aktie.

Trotz dieses Fehlbetrags verfügt das Unternehmen über eine robuste Liquiditätsposition von insgesamt 819 Millionen USD. Diese setzt sich aus Barmitteln in Höhe von 715,5 Millionen USD sowie Bitcoin-Reserven im Wert von etwa 121 Millionen USD zusammen. Dem stehen langfristige Schulden in Höhe von 1,02 Milliarden USD gegenüber.

Insiderkäufe und juristische Herausforderungen

Das Vertrauen der Führungsebene in den neuen Kurs spiegelt sich in jüngsten Insiderkäufen wider. So erwarb CEO Gagnon in den vergangenen Monaten über 97.000 Aktien, auch COO Wilson stockte seine Anteile auf. Zudem hat der institutionelle Investor BlackRock seine Position im zweiten Quartal massiv ausgebaut und hält nun über 43,9 Millionen Aktien.

Überschattet wird die positive Stimmung jedoch von einer Klage der Regierung von Ontario gegen die Tochtergesellschaft Keel Digital Solutions. Dieser wird der Missbrauch von staatlichen Fördermitteln zwischen 2022 und 2025 vorgeworfen, was das Management jedoch entschieden zurückweist.

Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial

Analysten bewerten die KI-Wende überwiegend optimistisch, wenngleich die Kursziele weit auseinandergehen. Während das Bankhaus Citizens ein Kursziel von 10,0 USD ausgibt, zeigt sich Cantor mit einer Einschätzung von 3,0 USD deutlich zurückhaltender. Der Median der Analystenschätzungen liegt derzeit bei 5,5 USD.

Mit dem heutigen Kursanstieg setzt sich der positive Trend der Woche fort, in der die Aktie insgesamt um 8,5 Prozent zulegen konnte. Die Anleger scheinen darauf zu setzen, dass die Neuausrichtung auf den KI-Infrastrukturmarkt langfristig stabilere und höhere Margen ermöglicht als das volatile Mining-Geschäft.

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