Kazatomprom, Großaufträge

Kazatomprom: Großaufträge von China und Russland zur Abstimmung

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 11:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kazatomprom meldet Produktionsplus und neue Großaufträge aus China und Russland. Die Aktie reagiert mit einem Kursanstieg von zwei Prozent.

Kazatomprom: Neue Uran-Lieferverträge mit China und Russland treiben Aktie an
Abstrakte Darstellung von Uran-Behältern in einer modernen Industrieanlage mit dramatischer Beleuchtung Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der kasachische Urangigant NAC Kazatomprom treibt seine globale Expansionsstrategie mit bedeutenden neuen Lieferverträgen voran. Wie das Unternehmen im Zuge der Veröffentlichung seiner Halbjahreszahlen bekannt gab, stehen umfangreiche Abschlüsse mit Partnern in China und Russland bevor.

Die Nachricht stützt das Vertrauen der Anleger am Montag: Das Papier legt im heutigen Handel um 2,0 Prozent zu und notiert bei 61,40 Euro. Damit setzt sich die Aktie deutlicher von ihrem 50-Tage-Durchschnitt ab, der derzeit bei 60,16 Euro verläuft.

Starke Produktionszahlen treffen auf Kostendruck

In der ersten Jahreshälfte 2026 konnte Kazatomprom seine operativen Kennzahlen deutlich steigern. Die Produktion der gesamten Gruppe legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9 Prozent zu, während das Unternehmen allein ein Plus von 10 Prozent verzeichnete.

Dieser Aufwärtstrend wird durch ein günstiges Preisumfeld flankiert. Der realisierte Verkaufspreis kletterte um 16 Prozent auf 67,88 US-Dollar pro Pfund. In der Folge stieg der Umsatz um 9 Prozent auf 718 Milliarden Tenge an.

Trotz des Umsatzwachstums sieht sich das Unternehmen mit signifikanten Kostensteigerungen konfrontiert. Die sogenannten C1-Kosten stiegen um 37 Prozent, während die All-in Sustaining Costs (AISC) um 25 Prozent zulegten. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) konnte dennoch leicht um 2 Prozent auf 371 Milliarden Tenge gesteigert werden.

Das Nettoergebnis ging hingegen auf 240 Milliarden Tenge zurück. Ein Grund für die veränderte Bilanzstruktur ist zudem der Aufbau der Vorräte: Das Inventar wuchs um 23 Prozent auf 8.200 Tonnen an.

Strategische Weichenstellung im Exportgeschäft

Im Zentrum des Anlegerinteresses stehen zwei neue Großaufträge, über die die Aktionäre bis zum 6. Oktober abstimmen sollen. Kazatomprom plant den Verkauf erheblicher Mengen Natururan (U3O8) an die chinesische SNURDC sowie an die russische Uranium One Group.

Während Details zu Volumen, Preisen und genauen Lieferterminen unter Verschluss bleiben, steht fest, dass die Lieferungen an China über die Bahnstation Alashankou und jene nach Russland an das Sibirische Chemiekombinat erfolgen sollen.

Diese Verträge unterstreichen die dominante Marktstellung Kasachstans, das bereits im vergangenen Jahr rund 40 Prozent der weltweiten Uranproduktion stellte. Besonders der asiatische Markt gewinnt an Bedeutung; er machte im Jahr 2025 bereits 56 Prozent der Verkäufe von Kazatomprom aus. Die Ergebnisse der Abstimmung über diese Transaktionen werden am 7. Oktober erwartet.

Personalwechsel und verbessertes Marktumfeld

Parallel zur strategischen Neuausrichtung gibt es Veränderungen in der Führungsebene. Zhandos Kairgeldi wird im Aufsichtsrat die Position von Yelzhas Otynshiyev übernehmen. Diese personelle Weichenstellung erfolgt in einer Phase, in der auch das makroökonomische Umfeld für das Unternehmen positiver bewertet wird.

Erst am Freitag hob die Ratingagentur S&P das Kreditrating für Kasachstan auf BBB/A-2 mit stabilem Ausblick an, was die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit des Landes betont.

Langfristig rechnet das Management mit einer anhaltend hohen Nachfrage nach Uran, wobei Marktbeobachter von Preisniveaus im Bereich von 90 US-Dollar ausgehen. Um die künftigen Produktionsziele abzusichern, plant Kazatomprom zudem, bestehende Engpässe in der Lieferkette zu beheben.

Insbesondere der Bedarf an Schwefelsäure für die Gewinnung des Erzes soll durch ein neues Werk gedeckt werden, das voraussichtlich im Jahr 2027 den Betrieb aufnimmt. Aktuell profitiert das Unternehmen bereits von der vollen Kapazität der Brennelementefabrik Ulba-FA, die seit 2024 eine Jahresleistung von 200 Tonnen erreicht hat.

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