Kaffeepreis, Säcke

Kaffeepreis: 290.000 Säcke auf Rekordtief

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 12:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Extreme Niederschläge in Brasilien bremsen die Kaffeeernte und treiben die Preise. Zusätzlich sorgen neue EU-Importregeln für Verunsicherung.

Kaffeepreis steigt: Rekordregen in Brasilien verzögert Ernte
Kaffeebohnen, die aus einem Jutesack auf einen dunklen Holztisch geschüttet werden. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Massive Regenfälle in Brasilien wirbeln den Kaffeemarkt durcheinander. Die Ernte in den wichtigsten Anbauregionen steht aktuell fast still. Händler reagieren nervös auf die schrumpfende Versorgung und treiben die Preise nach oben.

Rekordregen stoppt brasilianische Ernte

In der Region Minas Gerais fielen Ende Juli extreme Niederschlagsmengen. Wetterstationen registrierten 32,4 mm Regen. Das entspricht dem 2700-fachen des historischen Durchschnitts für diesen Zeitraum.

Die Wassermassen stoppen die Logistik in den Anbaugebieten fast vollständig. Der Erntefortschritt liegt aktuell bei lediglich 64 Prozent. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt bereits 77 Prozent. Die Notierung für Kaffee kletterte infolge der Knappheit auf 329,35 US-Cent pro Pfund.

Lagerbestände auf Rekordtief

Die Reserve an den Weltmärkten schwindet rapide. An der Warenterminbörse ICE fielen die zertifizierten Bestände auf ein Tief von rund 290.000 Säcken. Ein so niedriges Niveau meldeten die Lagerstellen seit zweieinhalb Jahren nicht mehr.

Händler blicken zudem mit Sorge auf die kommende Blütezeit. Sollte auf den extremen Regen eine Trockenperiode folgen, leidet das Ertragspotenzial für das nächste Jahr. Das Wetterphänomen El Niño bleibt ein unberechenbarer Faktor für die Plantagen in Vietnam und Zentralamerika.

Neue EU-Regeln für Röstkaffee

Zusätzlicher Druck kommt aus Brüssel. Die EU-Verordnung für entwaldungsfreie Lieferketten (EUDR) umfasst ab sofort auch löslichen Kaffee. Importeure müssen bis Ende 2026 lückenlose Nachweise über die Herkunft jeder Bohne liefern.

Viele Röster sind auf diese strengen Dokumentationspflichten bisher kaum vorbereitet. Die Unsicherheit über künftige Warenströme in die Europäische Union wächst. Dies belastet die Stimmung am Markt zusätzlich zu den wetterbedingten Ausfällen.

Das US-Landwirtschaftsministerium rechnet langfristig zwar mit einer Rekordernte von knapp 190 Millionen Säcken. Diese Prognose könnte die Preise theoretisch dämpfen. Aktuell wiegen die Sorgen um die kurzfristige Verfügbarkeit und die neuen Importregeln jedoch deutlich schwerer.

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