Juventus Aktie: 250-Millionen-Kapitalerhöhung angekündigt
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rund 250 Millionen Euro frisches Kapital und ein erneuter Fehlbetrag: Der italienische Traditionsverein Juventus Football Club steht vor einer weiteren finanziellen Weichenstellung. Medienberichten zufolge kündigte das Unternehmen gestern eine geplante Kapitalerhöhung von bis zu 250 Millionen Euro an. An der Börse geriet das Papier daraufhin massiv unter Druck. Die Aktie verliert heute 10 Prozent auf 1,68 Euro.
Kapitalspritze soll Bilanz stabilisieren
Hauptaktionär Exor stellt sich hinter die geplante Kapitalmaßnahme. Zur Unterstützung will die Holding dem Verein umgehend 60 Millionen Euro zuführen. Juventus sieht sich zu dem Schritt veranlasst, da das abgelaufene Geschäftsjahr zum 30. Juni 2026 mit einem Fehlbetrag von 66 Millionen Euro endete. Im vorausgegangenen Jahr hatte das Minus noch bei 58,1 Millionen Euro gelegen.
Die wirtschaftliche Belastung spiegelt vor allem die verpasste Qualifikation für die lukrative UEFA Champions League in der laufenden Spielzeit wider. Durch das Ausbleiben der Antrittsgelder und Vermarktungserlöse aus der Königsklasse rechnet die Vereinsführung auch im laufenden Geschäftsjahr mit einem Verlust. Die Einnahmeausfälle wiegen schwer, da der europäische Spitzenwettbewerb traditionell das finanzielle Fundament für Spitzenclubs bildet.
Sportliche Teilerfolge und personeller Dämpfer
Auf dem Rasen zeigte die Formkurve des Teams zuletzt allerdings nach oben. In der Europa League gelang am 17. September ein 5:0-Heimsieg gegen NEC Nijmegen. Wenige Tage später setzte sich die Mannschaft am 20. September in der Serie A mit 2:0 gegen Atalanta durch, wobei Francisco Conceição und Bremer die Treffer erzielten.
Dennoch trüben personelle und disziplinarische Rückschläge das Gesamtbild. Torhüter Kamil Grabara zog sich im Training einen Riss des vorderen Kreuzbands zu und musste sich einer Knieoperation unterziehen. Laut Reuters droht dem Schlussmann Medienberichten zufolge eine Ausfallzeit von bis zu sieben Monaten.
Zudem belegte die Serie A den Club am 22. September mit einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro, nachdem Anhänger vor der Partie gegen Atalanta die Schweigeminute für Sandro Mazzola gestört hatten. Die finanzielle Konsolidierung bleibt damit das dominierende Thema für die kommenden Monate.
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