Jungfraubahn Aktie: Irankrieg bremst asiatische Gäste
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 07:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Geopolitische Verwerfungen schlagen auf den Schweizer Tourismussektor durch. Besonders die Jungfraubahn Holding bekommt das Ausbleiben internationaler Reisender zu spüren. Am Donnerstag markierte der Titel bei 236,00 Euro ein neues Sechs-Monats-Tief, ehe die Aktie am Freitag bei 244,50 Euro schloss. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf 20 Prozent.
Hinter der anhaltenden Schwäche stehen handfeste operative Bremsspuren im alpinen Ausflugsverkehr. Nach dem Ausbruch des Irankriegs verzeichnet das Bergbahnunternehmen spürbar weniger Gäste aus asiatischen Märkten. Luftraumsperrungen über dem Nahen Osten und gestiegene Kerosinpreise dämpfen die Reiselust im für die Gruppe zentralen interkontinentalen Fernreisesegment.
Frequenzen am Jungfraujoch bleiben unter Vorjahr
Diese Rahmenbedingungen hinterlassen in den Besucherstatistiken deutliche Spuren. In den Sommermonaten Juli und August lagen die Frequenzen zwar über dem Niveau des zweiten Quartals, verfehlten den Vorjahreswert am Hauptausflugsziel aber weiterhin um mehr als zehn Prozent.
Eine Gegenbewegung verzeichneten die Erlebnisberge des Unternehmens, die im Juli und August ein Frequenzplus von fünf Prozent verbuchten. Das regionale Geschäft und europäische Ausflugsgäste vermochten den Rückgang der kaufkräftigen Kundschaft aus Übersee jedoch nur teilweise auszugleichen. Die Abhängigkeit von fernöstlichen Reisegruppen erweist sich in der veränderten Lage als spürbare Belastung für das Gesamtvolumen.
Halbjahreszahlen spiegeln Besucherschwund
Die gesunkenen Passagierzahlen schlugen sich direkt in der Bilanz nieder. Wie die Jungfraubahn Holding vor rund einem Monat per Ad-hoc-Mitteilung bekannt gab, sank der Halbjahresgewinn im Vorjahresvergleich um 22 Prozent auf CHF 28,9 Millionen. Parallel dazu verringerte sich der Betriebsertrag um 8,6 Prozent auf CHF 137,0 Millionen.
Das EBITDA erreichte CHF 56,8 Millionen.
Mit einem Abstand von 4,3 Prozent zum 52-Wochen-Tief signalisiert der Markt weiterhin Zurückhaltung hinsichtlich einer schnellen Erholung der Passagierströme. Solange die geopolitische Lage im Nahen Osten den internationalen Luftverkehr beeinträchtigt, bleibt der Zustrom margenstarker asiatischer Gästegruppen für die Schweizer Bergbahngruppe gedämpft.
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