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Julius Baer Aktie: FINMA lockert Kapitalvorgaben

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Verfahrensabschluss sinkt die zusätzliche Kapitalvorgabe auf 250 Millionen CHF; Aktienrückkäufe bleiben genehmigungspflichtig.

Julius Baer: FINMA beendet Verfahren und lockert Kapitalauflagen
Abstraktes, professionelles Finanzbild eines modernen Tresorraums mit sanfter Beleuchtung, das Stabilität symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Die Schweizer Aufsichtsbehörde FINMA hat ihr Durchsetzungsverfahren gegen Julius Baer abgeschlossen und bestehende Restriktionen gelockert. Diese behördliche Erleichterung verlieh dem Papier der Bank am heutigen Dienstag deutlichen Auftrieb: Im Handel kletterte der Kurs um 8,2 Prozent auf 18,53 USD. Laut der Nachrichtenagentur Reuters trieb die regulatorische Nachricht die Notierung in der Spitze sogar um bis zu 8,8 Prozent nach oben.

Lockerung der Kapitalvorgaben und offene Fragen

Hintergrund des Verfahrens waren schwere Verstöße gegen aufsichtsrechtliche Pflichten. Nach Angaben der FINMA betrafen diese das Risikomanagement sowie Vorgaben zur Bekämpfung von Geldwäsche. Konkret ging es dabei um Private-Debt-Kredite an eine europäische Gruppe sowie um Geschäftsbeziehungen zu zwei russischen politisch exponierten Personen.

Trotz dieser festgestellten Verfehlungen lockerte die Aufsichtsbehörde die Zügel spürbar. Julius Baer muss künftig nur noch zusätzliches Kapital in Höhe von 250 Millionen CHF vorhalten. Zuvor lag diese regulatorische Anforderung noch bei 500 Millionen CHF. Allerdings bleibt die Bank nicht völlig ohne Vorgaben: Für künftige Dividendenzahlungen muss das Institut weiterhin die vorherige Zustimmung der FINMA einholen.

Antrag auf Wiederaufnahme der Aktienrückkäufe

Mit dem Abschluss des Verfahrens strebt das Bankhaus eine Rückkehr zu aktionärsfreundlichen Kapitalmaßnahmen an. Julius Baer teilte mit, bei der Behörde die Genehmigung für den Neustart des eigenen Aktienrückkaufprogramms beantragt zu haben. Eine Entscheidung über diesen Antrag steht gegenwärtig allerdings noch aus.

Am Markt sorgt dieser Schritt dennoch für verhaltenen Optimismus mit Blick auf die verbleibenden Monate. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank erwarten am heutigen Dienstag, dass Julius Baer nach der Entscheidung der Aufsicht noch vor dem Jahresende begrenzte Aktienrückkäufe tätigen dürfte.

Der heutige Kurssprung spiegelt die Erleichterung der Anleger wider, dass die Phase verschärfter regulatorischer Hürden überwunden scheint. Durch den deutlichen Anstieg notiert das Wertpapier mit 18,53 USD nur noch 2,1 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 18,93 USD. Wie viel Handlungsspielraum der Vermögensverwalter tatsächlich zurückgewinnt, entscheidet sich nun an der ausstehenden Genehmigung der Aufsicht für das Rückkaufprogramm.

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