Johnson & Johnson Aktie: Goldman hebt Schätzungen nach Icotyde an
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 09:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deJohnson & Johnson steht vor hohen Erwartungen: Eine gestern veröffentlichte Analyse von Trefis verweist auf eine anspruchsvolle Bewertung bei nachlassendem Umsatzwachstum. Für Anleger hängt damit viel daran, ob neue Medikamente und eine bessere Entwicklung der Medizintechnik den Kurs fundamental untermauern können. Goldman Sachs sieht dafür Chancen im Pharmageschäft.
Hohe Bewertung lässt wenig Spielraum
Laut Trefis wird Johnson & Johnson mit dem 29,0-Fachen des bereinigten Gewinns der vergangenen zwölf Monate bewertet. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis erreichte Ende September zudem den höchsten Quartalsendstand seit zehn Jahren. Auf Basis der Gewinnerwartungen sinkt das Bewertungsniveau auf das 23,6-Fache für 2026.
Damit setzt die Bewertung auf künftige Erträge. Enttäuschungen beim Wachstum oder zusätzliche Ergebnisbelastungen könnten diese Erwartung infrage stellen. Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob Johnson & Johnson seine Prognose erreicht, sondern auch die Entwicklung danach.
Für 2027 nennt Trefis ein erwartetes Umsatzwachstum von 6,6 % und ein Gewinnwachstum von 3,9 %. Der Gewinn würde damit nach den Schätzungen langsamer wachsen als der Umsatz.
Diese Erwartungen sind keine gemeldeten Ergebnisse. Sie bilden aber einen wichtigen Maßstab dafür, wie viel operative Verbesserung Anleger bereits voraussetzen.
Medizintechnik bleibt ein Prüfstein
Das Konzernumsatzwachstum verlangsamte sich laut Trefis im Jahresverlauf 2026 von 9,9 % im ersten Quartal auf 5,9 % im dritten Quartal. Die Dynamik hat damit nachgelassen.
Besonders die Medizintechnik verdient Aufmerksamkeit. Ihr operatives Wachstum blieb unter den Erwartungen des Managements. Eine Beschleunigung wäre deshalb ein wichtiger Beleg dafür, dass der Konzern seine Wachstumsbasis verbreitern kann.
Im dritten Quartal 2026 stiegen die operativen MedTech-Verkäufe um 2,5 %. Die nächsten Quartalszahlen mit Angaben zur Entwicklung dieses Geschäfts werden für Januar 2027 erwartet.
Zusätzlich belasten Übernahmen den bereinigten Gewinn. Das erschwert den Vergleich zwischen operativem Fortschritt und dem Ergebnis je Aktie.
Die Geschäfte mit Firefly Bio und Cell Biomedicines sollen das bereinigte Ergebnis je Aktie im laufenden Jahr um 0,64 US-Dollar mindern. Für das kommende Jahr wird eine Belastung von 1,36 US-Dollar erwartet.
Neue Medikamente liefern Gegenargumente
Goldman-Sachs-Analyst Asad Haider beurteilt den Pharmaausblick konstruktiv und zählt Johnson & Johnson zu seinen Favoriten. Nach ersten Marktdaten zur Psoriasis-Tablette Icotyde hob das Haus seine Schätzungen an. Weitere Impulse erwartet Haider von Inlexzo und Imaavy.
Ein konkreter Wachstumsträger ist Tremfya: Der Umsatz legte im dritten Quartal um 68 % auf 2,4 Milliarden US-Dollar zu. Imaavy traut Haider über mehrere Anwendungsgebiete hinweg ein Potenzial von 5 Milliarden US-Dollar zu.
Damit stehen einer anspruchsvollen Bewertung konkrete Wachstumstreiber gegenüber. Für Anleger liegt der Prüfstein darin, ob diese Medikamente das schwächere MedTech-Geschäft und die angekündigten Ergebnisbelastungen ausreichend ausgleichen. Die nächsten Geschäftszahlen müssen zeigen, wie weit Johnson & Johnson dabei vorankommt.
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