Jindal Steel & Power Aktie: Prüft Celsa-Gebot
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 11:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach dem Scheitern der Übernahmegespräche mit Thyssenkrupp Steel nimmt Naveen Jindal einen neuen Anlauf in Europa. Wie die Economic Times berichtet, prüft der Chairman von Jindal Steel über private Auslandsgesellschaften ein Gebot für den spanischen Stahlhersteller Celsa. Im Raum steht ein Transaktionsvolumen von rund fünf Milliarden Euro.
An der Börse reagierten die Anleger dennoch verhalten auf die Berichte über das milliardenschwere Vorhaben. Die Aktie von Jindal Steel & Power fiel heute um 4,8 Prozent auf 1.080,40 INR. Damit notiert das Papier 17 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Celsa zählt zu den etablierten Produzenten von Langstahl für die europäische Bauwirtschaft und betreibt Werke in Spanien, Frankreich und Polen. Der Konzern verfügt über eine jährliche Produktionskapazität von 7,5 Millionen Tonnen Stahl. Seit einer Rekapitalisierung im Jahr 2023, bei der Gläubiger eine Milliarde Euro zuführten, kontrollieren die Kreditgeber das ehemals von der Familie Rubiralta geführte Industrieunternehmen.
Nach langwieriger Restrukturierung kehrte Celsa im April wieder in die Gewinnzone zurück. Für das Geschäftsjahr 2025 wies das Unternehmen einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro sowie ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 396 Millionen Euro aus. Eine offizielle Bestätigung für die Übernahmepläne liegt bislang nicht vor, und weder Jindal noch Celsa gaben eine Stellungnahme ab.
Strategische Integration über Kontinente
Für Jindal würde der Zukauf einen direkten Zugang zum europäischen Binnenmarkt bedeuten. Zuvor hatten sich die neunmonatigen exklusiven Verhandlungen über eine Beteiligung an Thyssenkrupp Steel Mitte 2026 ohne Einigung zerschlagen. Der Zukauf von Celsa könnte bestehende Rohstoff- und Verarbeitungsschritte der Gruppe ergänzen, zu denen Minen in Mosambik und Kamerun sowie Aktivitäten im Oman zählen.
Im Oman betreibt die Gruppe bereits eine Stahlkapazität von 3,2 Millionen Tonnen und errichtet zusätzliche DRI-Anlagen. Zusammen mit dem börsennotierten indischen Geschäft, das mehr als 15 Millionen Tonnen anpeilt, würde die gesamte Produktionskapazität im Falle einer erfolgreichen Transaktion die Marke von 25 Millionen Tonnen übersteigen.
Der Schritt in den europäischen Markt birgt allerdings spürbare Risiken. Marktbeobachter verweisen neben Finanzierungs- und Integrationsfragen vor allem auf das anspruchsvolle regulatorische Umfeld in der Europäischen Union, hohe Energiekosten sowie eine gedämpfte Nachfrage im Bausektor. Zudem gilt als möglich, dass im weiteren Verlauf konkurrierende Interessenten auftreten.
Analysten heben Potenzial im Heimatmarkt hervor
Trotz der Unsicherheiten rund um internationale Akquisitionen betrachten Experten die fundamentale Verfassung des Stahlkonzerns positiv. Das Analysehaus Nomura stuft Jindal Steel mit einer Kaufempfehlung ein und setzt ein Kursziel von 1.300 INR. Die Analysten stützen ihre Bewertung auf das 8,5-fache des für Juni 2028 prognostizierten EBITDA.
Gleichzeitig verweisen Branchenexperten auf übergeordnete Herausforderungen für indische Stahlhersteller. Dazu zählen mögliche Verzögerungen bei inländischen Expansionsprojekten, schwankende Preisabstände bei Walzstahl sowie das Risiko steigender Baukosten. Auch eine unerwartet nachlassende Binnennachfrage könnte die Margenentwicklung der Produzenten vorübergehend belasten.
Jindal Steel & Power-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Jindal Steel & Power-Analyse vom 1. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Jindal Steel & Power-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Jindal Steel & Power-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Jindal Steel & Power: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
