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Jeronimo Martins Aktie: 120-Millionen-Strafe in Polen

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 05:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Jerónimo Martins muss in Polen 525 Millionen Zloty zahlen; zugleich könnten Lohnforderungen bei Biedronka weitere Kosten bis 1 Milliarde auslösen.

Moderner Supermarkt mit Frischeregalen, Kunden mit Einkaufswagen in heller Verkaufshalle
Jerónimo Martins SGPS SA (PTJMT0AE0001) betreibt moderne Supermärkte mit frischen Regalen und zufriedenen Kunden europaweit Illustration mit AI erstellt.

Beim portugiesischen Einzelhandelskonzern Jerónimo Martins spitzt sich die Lage im wichtigsten Auslandsmarkt Polen zu. Die polnische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde UOKiK hat eine Geldstrafe von 525 Millionen Zloty gegen die Tochtergesellschaft Jeronimo Martins Polska verhängt, was umgerechnet rund 120 Millionen Euro entspricht.

Parallel dazu droht der dortigen Discounter-Kette Biedronka eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung durch einen schwelenden Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft.

Die Aktie des Handelskonzerns schloss gestern bei 17,80 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Rückgang von 12 Prozent.

Vorwurf unerlaubter Absprachen bei Logistikern

Hintergrund der verhängten Rekordstrafe sind nach Angaben der Wettbewerbsbehörde UOKiK Absprachen auf dem Arbeitsmarkt im Zeitraum von Juni 2017 bis mindestens Februar 2024. Die Behörde wirft Jeronimo Martins Polska vor, Vereinbarungen mit Logistikdienstleistern getroffen zu haben, die das gegenseitige Abwerben von Lkw-Fahrern der Verteilzentren verhinderten.

Betroffen waren mehr als 1.000 Fahrer, deren berufliche Mobilität unter anderem durch monatelange Karenzzeiten und Zufahrtsverbote zu den Logistikzentren eingeschränkt worden sein soll.

Insgesamt belaufen sich die von der UOKiK verhängten Bußgelder gegen die Handelskette, 29 Transportunternehmen sowie acht Manager auf über 570 Millionen Zloty. Die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Jerónimo Martins hat bereits angekündigt, gerichtlich gegen den Beschluss vorzugehen.

Tarifkonflikt gefährdet Kostenplanung

Zusätzliche Unruhe bringt der Arbeitskampf bei der polnischen Supermarktkette. Bei einer Mediation am gestrigen Mittwoch standen sich das Management und die Gewerkschaft Solidarno?? gegenüber.

Die Arbeitnehmervertreter verlangen unter anderem eine Anhebung des monatlichen Grundlohns um 1.000 Zloty brutto, höhere Prämien, zusätzliches Filialpersonal sowie einen einheitlichen Ladenschluss um 22:00 Uhr. Sollten die Verhandlungen scheitern, droht die Gewerkschaft mit der Einleitung eines Streikreferendums.

Die Unternehmensführung warnte im Rahmen der Gespräche vor gravierenden finanziellen Folgen. Die Umsetzung der gewerkschaftlichen Maximalforderungen würde demnach ungeplante Zusatzkosten von bis zu 1 Milliarde Zloty verursachen.

Jeronimo Martins verwies darauf, dass seit Januar bereits für über 70.000 Beschäftigte Lohnerhöhungen von bis zu 400 Zloty pro Monat umgesetzt wurden, was das Einstiegsgehalt auf 5.800 Zloty brutto anhob und jährliche Mehrausgaben von über 200 Millionen Zloty bedeutet.

Für den Konzern mit einer Marktkapitalisierung von 11,10 Milliarden Euro bildet das Geschäft in Polen die zentrale Ertragssäule. Die Kombination aus juristischen Auseinandersetzungen mit den Behörden und steigendem Lohndruck droht die Margen im osteuropäischen Kerngeschäft spürbar zu belasten.

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