iShares MSCI Peru ETF: Bergbau-Sektor schrumpft im August um 5,53 Prozent
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 05:34 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie peruanische Wirtschaft zeigt sich im Spätsommer zweigeteilt: Während die allgemeine Wirtschaftsaktivität des Landes im August um 3,23 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zulegte, verbuchte der für den Aktienmarkt zentrale Sektor Bergbau und Kohlenwasserstoffe einen deutlichen Rückgang.
Wie das Nationale Institut für Statistik und Informatik mitteilte, schrumpfte dieser Bereich im August um 5,53 Prozent, wobei der Metallbergbau sogar ein Minus von 6,14 Prozent verzeichnete.
Diese Entwicklung belastete zuletzt auch den iShares MSCI Peru ETF, der gestern bei 79,04 Euro aus dem Handel ging. Damit notiert das Papier knapp unter seinem am 22. September erreichten 52-Wochen-Hoch von 81,27 Euro.
Produktionsrückgänge bei führenden Kupferproduzenten
Die Schwäche im Bergbausektor wird durch aktuelle Daten des peruanischen Ministeriums für Energie und Minen sowie durch Berichte internationaler Rohstoffkonzerne untermauert. Laut Reuters sank die nationale Kupferproduktion im August um 5,0 Prozent auf 230.676 Tonnen.
Zwar liegt die Gesamtproduktion für den Zeitraum von Januar bis August mit über 1,8 Millionen Tonnen noch immer 1,2 Prozent über dem Vorjahresniveau, doch häufen sich bei den großen Akteuren die Anzeichen für eine kurzfristige Eintrübung.
Am Dienstag meldete Anglo American für das dritte Quartal einen Produktionsrückgang von 3 Prozent in seiner peruanischen Mine Quellaveco, wo 80.700 Tonnen Kupfer gefördert wurden. Trotz dieses Rückgangs hielt das Unternehmen an seiner bisherigen Prognose für das Gesamtjahr 2026 fest. Zeitgleich korrigierte Grupo México seine Erwartungen für das laufende Jahr nach unten.
Der Konzern senkte sein Ziel für die Kupferproduktion von 1,034 Millionen auf 1,028 Millionen Tonnen und begründete dies unter anderem mit geringeren Erträgen in seinen peruanischen Betrieben. Im dritten Quartal verzeichnete Grupo México dort ein Produktionsminus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Investitionsboom trifft auf operative Hürden
Trotz der aktuellen Produktionsdelle bleibt das Interesse an Perus Rohstoffvorkommen hoch. Medienberichten zufolge stiegen die Investitionen im Bergbau von Januar bis Juli um 45 Prozent auf rund 4,117 Milliarden US-Dollar. Das Peruanische Wirtschaftsinstitut prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 ein Investitionsvolumen, das die Marke von 8 Milliarden US-Dollar überschreiten könnte.
Allerdings stehen neue Vorhaben und Erweiterungen bestehender Minen weiterhin vor sozialen und bürokratischen Herausforderungen. Am Dienstag wurde bekannt, dass die Pamputa-Gemeinschaft in einem Streit um die Las-Bambas-Konzession von MMG Ltd. vorgeschlagen hat, Abbaurechte für Teile des Gebiets zu erwerben, um rund 3.000 Kleinschürfer als offizielle Zulieferer zu formalisieren.
Dieser Konflikt verzögert bisher den Bau einer dritten Grube. Positive Signale gab es hingegen von Glencore: Die Tochtergesellschaft Antapaccay konnte laut Mining Weekly alle notwendigen Vereinbarungen für den Landzugang für das Kupferprojekt Coroccohuayco abschließen.
Bis zur ersten Produktion wird es jedoch noch dauern; diese wird erst für die zweite Jahreshälfte 2029 erwartet. Für Anleger bleibt die Lage stabil, da der ETF derzeit noch einen Abstand von 31 Prozent zum 52-Wochen-Tief hält.
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