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iShares Global Semiconductors ETF: 123 Prozent Jahresplus

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 21:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der iShares-Halbleiter-ETF gibt wegen Inflationssorgen nach, obwohl Nvidia und die Branche weiterhin kräftiges Umsatzwachstum verzeichnen.

Halbleiter-ETF unter Druck: Fed-Sorgen treffen starken Sektor
Ein Roboterarm in einem modernen Reinraum für die Halbleiterfertigung bei der Arbeit an Silizium-Wafern. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF hat am Freitag 2,5 Prozent verloren und schloss bei 16,51 Euro. Auslöser war keine unternehmensspezifische Nachricht, sondern eine geldpolitische: Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh äußerte beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole Sorge über die aktuelle Inflationsentwicklung.

Der S&P 500 gab daraufhin 0,25 Prozent nach, der Nasdaq Composite verlor 0,52 Prozent, wobei Halbleiterwerte wie Nvidia und Intel besonders stark unter Druck gerieten.

Der Rücksetzer reiht sich in eine Woche voller Belastungsfaktoren für den Sektor ein. Bereits am Montag zuvor war der breite Markt wegen fallender Chipaktien eingebrochen: Micron Technology verlor 5,8 Prozent, Advanced Micro Devices und Broadcom gaben mehr als 3 beziehungsweise über 2 Prozent nach.

Der vergleichbare iShares Semiconductor ETF (SOXX) sackte an jenem Tag um 2,7 Prozent ab. Nvidia selbst befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der siebten Verlustsitzung in Folge, der längsten Talfahrt seit 2022 – ausgelöst durch Berichte, wonach einige Großkunden über KI-bedingte Preiserhöhungen von mehr als 15 Prozent informiert worden seien.

Starke Fundamentaldaten stehen gegen die Zinssorgen

Bemerkenswert an der aktuellen Schwäche ist der Kontrast zu den zugrunde liegenden Geschäftszahlen. Nvidia meldete für das zweite Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027, das am 26. Juli endete, einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 106 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Firmenchef Jensen Huang bezeichnete den Ausblick als „angebotsbeschränkt" und rechnet damit, dass die Lieferengpässe bis zum Ende des Fiskaljahres 2028 anhalten werden. Der Auftragsbestand der Cloud-Branche liege bei über 2 Billionen US-Dollar, die Investitionsausgaben der fünf größten Hyperscaler dürften 2026 auf knapp 800 Milliarden US-Dollar und 2027 auf 1,3 Billionen US-Dollar steigen.

Auch die Branchenstatistik untermauert die Wachstumsdynamik: Die Semiconductor Industry Association bezifferte die globalen Halbleiterumsätze im zweiten Quartal auf 403,3 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 35,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Allein im Juni lagen die weltweiten Umsätze mit 134,5 Milliarden US-Dollar um 123,6 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Gemischte Signale bei einzelnen Werten

Nicht alle Unternehmensmeldungen kamen positiv an. Marvell Technology hob zwar seine Umsatzprognose im Rahmen der jüngsten Quartalszahlen an, dämpfte aber gleichzeitig die Erwartungen zu den Effekten des jüngsten KI-Chip-Deals mit Google – die Aktie fiel vorbörslich um mehr als 8 Prozent.

Auf der strukturellen Seite meldete BlackRock/iShares am 21. August einen bevorstehenden Aktiensplit für den vergleichbaren iShares Semiconductor ETF (SOXX): Stichtag ist der 3. November, der Handel auf split-bereinigter Basis soll ab dem 5. November beginnen.

Trotz der jüngsten Schwäche bleibt der Kurs des ETF weit über dem Niveau vor zwölf Monaten, mit einem Plus von 123 Prozent im Jahresvergleich und 73 Prozent seit Jahresbeginn.

Zum 52-Wochen-Hoch von 21,52 Euro, erreicht im Juni, beträgt der Abstand aktuell 23 Prozent, während der Fonds gegenüber seinem Tief vom 2. September vergangenen Jahres bei 6,98 Euro um 136 Prozent zugelegt hat.

Der 14-Tage-RSI von 43,5 signalisiert dabei weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Marktlage – ein Hinweis darauf, dass die aktuelle Konsolidierung eher makroökonomisch als fundamental getrieben ist.

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