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iShares Global Semiconductors: Elmos und AT&S mit starken Quartalszahlen

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 14:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Halbleiter-ETF legt nach heftigem Ausverkauf wieder zu, bleibt aber im Minus. Starke Quartalszahlen von Zulieferern stützen die Erholung.

Chip-ETF erholt sich: Halbleiter-Fonds nach Kursrutsch mit Plus
Ein Silizium-Wafer in einer Reinraumumgebung, der die Halbleiterindustrie repräsentiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF USD Acc bündelt Aktien globaler Halbleiterunternehmen und hat damit einen der turbulentesten Monate der jüngeren Handelsgeschichte hinter sich. Nach einem heftigen Ausverkauf im Juli zeigt sich am heutigen Dienstag eine deutliche Gegenbewegung: Der Fonds notiert bei 16,89 Euro und legt damit 2,47 Prozent zu. Auf Sicht von 30 Tagen bleibt jedoch ein Minus von 11,71 Prozent stehen – ein Beleg dafür, wie schnell sich die Stimmung im Halbleitersektor zuletzt gedreht hat.

Bärenmarkt bei Chip-Aktien, dann die Kehrtwende

Der Ausverkauf hatte handfeste Gründe. Laut The Economic Times verloren Halbleiteraktien zuletzt zusammengenommen mehr als eine Billion US-Dollar an Marktkapitalisierung, angeführt von Nvidia, Micron und SK Hynix. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) rutschte damit offiziell in den Bärenmarkt. Als Auslöser gelten Sorgen um eine mögliche KI-Investitionsblase sowie Fortschritte chinesischer Chiphersteller. Auch in Asien setzte sich der Druck fort: Der südkoreanische Leitindex KOSPI gab am heutigen Dienstag 1,66 Prozent nach, Samsung Electronics verlor 2,71 Prozent, SK Hynix 3,00 Prozent.

Parallel dazu drehte die Stimmung an den US-Börsen bereits am Montag ins Positive – der Dow Jones erreichte ein Rekordhoch, der S&P 500 legte 1,48 Prozent zu, der Nasdaq 2,13 Prozent, während Nvidia um 2,93 Prozent kletterte. Diese Erholung an der Wall Street zieht sich nun in den europäischen Handel und erklärt einen Teil der heutigen Gegenbewegung des Fonds.

Europäische Zulieferer liefern starke Quartalszahlen

Für zusätzlichen Rückenwind sorgen an diesem Dienstag mehrere Geschäftsberichte aus der zweiten Reihe des Sektors. ON Semiconductor meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 1,6 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem freien Cashflow, der sich vervierfachte. Die Aktie sprang vorbörslich um 6,87 Prozent. Das Unternehmen erwartet, dass sich der Umsatz mit KI-Rechenzentren im laufenden Jahr verdoppelt.

Auch die deutschen Zulieferer überzeugten. Elmos Semiconductor steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um 15,4 Prozent auf 314,5 Millionen Euro, die operative EBIT-Marge kletterte auf 24,1 Prozent. CEO Arne Schneider verwies auf hohe Nachfrage, neu angelaufene Produkte und eine gute Projektpipeline; die Jahresprognose wurde bestätigt. Der Leiterplattenhersteller AT&S legte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 einen Umsatz von 549 Millionen Euro vor, ein Anstieg von 37,5 Prozent, und kehrte mit einem Konzernergebnis von 40,8 Millionen Euro in die Gewinnzone zurück. Die Aktie stieg um 3,17 Prozent auf 143,00 Euro. Auch die Infineon-Aktie profitierte am heutigen Tag von starken Zahlen, ohne dass dazu konkrete Kennziffern vorlagen.

Die Analysten reagierten prompt: Berenberg stufte BE Semiconductor auf "Buy" hoch und nannte ein Kursziel von 240 Euro. Analyst Trion Reid bezeichnete das Unternehmen als eines der besten mittelgroßen Europas und rechnet mit einem Umsatzwachstum von mindestens 24 Prozent pro Jahr bis 2030. Auch Elmos erhielt ein Upgrade auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 170 Euro, nachdem operative Verbesserungen im zweiten Quartal durch eine buchhalterische Sonderbelastung überdeckt worden waren.

Nervöser Markt vor Nvidia-Zahlen

Trotz der Erholung bleibt die Stimmung fragil. Marktbeobachter richten den Blick bereits auf die anstehenden Quartalszahlen von Nvidia sowie auf US-Konjunkturdaten zu Arbeitsmarkt und Inflation, die als Schlüsselgrößen für die weitere Zinsentwicklung gelten. Gleichzeitig wächst die Debatte darüber, ob die milliardenschweren KI-Investitionen der großen Technologiekonzerne tatsächlich die erhofften Erträge abwerfen – Fitch Ratings warnte erst am heutigen Dienstag, der KI-Investitionsboom entwickle sich zu einem bedeutenden globalen Kreditrisiko.

Für Anleger im iShares MSCI Global Semiconductors bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Auf der einen Seite stehen solide operative Ergebnisse einzelner Branchenvertreter, auf der anderen Seite die Sorge vor einer Überinvestition in KI-Infrastruktur und geopolitische Risiken rund um Chinas technologischen Aufholprozess. Die heutige Erholung liefert damit noch keine Entwarnung für den insgesamt volatilen Monat.

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