iShares Global Clean Energy ETF: 4 Mrd. Dollar Abflüsse
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 04:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der US-Energieversorgung wurde im ersten Halbjahr 2026 ein historischer Meilenstein erreicht. Zum ersten Mal erzeugten Wind- und Solaranlagen mehr Strom als Kohlekraftwerke oder kerntechnische Anlagen. Während dieser fundamentale Wandel die Branche prägt, sieht sich der Sektor an den Kapitalmärkten derzeit mit einem schwierigen Umfeld und deutlichen Mittelabflüssen konfrontiert.
Historische Wende im US-Energiemix
Medienberichten zufolge produzierten Wind- und Solarenergiequellen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt 420 Terawattstunden (TWh) Strom. Dies entspricht einem Anteil von 20 Prozent an der gesamten US-Stromerzeugung. Damit übertrafen die erneuerbaren Energien erstmals sowohl die Kohle, die auf 323 TWh kam, als auch die Kernkraft mit 390 TWh.
Während die Stromerzeugung aus Kohle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10 Prozent sank, verzeichnete der Bereich der erneuerbaren Energien einen Zuwachs von 10 Prozent.
Dieser Aufstieg ist das Ergebnis massiver Kapazitätserweiterungen in den vergangenen zwei Jahren. Allein im Jahr 2024 wurden 31 Gigawatt (GW) an neuer Solarkapazität installiert, gefolgt von weiteren 29 GW im Jahr 2025. Bis Mai des laufenden Jahres kamen zusätzliche 9 GW hinzu.
Ein bedeutender Faktor für diese Entwicklung waren staatliche Steuergutschriften, die allerdings am 4. Juli endeten. Trotz der Zuwächse bei den Erneuerbaren bleibt Erdgas mit einer Erzeugung von 767 TWh die dominierende Kraft im US-Energiemarkt.
KI-Boom treibt Nachfrage nach sauberen Energien
Ein wesentlicher Wachstumstreiber für Unternehmen im Bereich der sauberen Energien ist der enorme Strombedarf für künstliche Intelligenz und neue Rechenzentren. Bloom Energy konnte am vergangenen Mittwoch einen Kurssprung von 12,3 Prozent verzeichnen, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen Brennstoffzellen für ein 300-Megawatt-Rechenzentrum in New Jersey liefern wird.
Im zweiten Quartal steigerte Bloom Energy seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 166 Prozent auf 1,065 Milliarden US-Dollar. Die Analysten von Evercore ISI bewerten das Papier weiterhin mit einem Kursziel von 350 US-Dollar.
Auch andere Akteure profitieren von der Kooperation mit Technologieriesen. Das Unternehmen Iren lieferte kürzlich das Rechenzentrum „Horizon 1“ an Microsoft aus. Dieser Vertrag soll über eine Laufzeit von fünf Jahren einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von etwa 500 Millionen US-Dollar generieren.
Parallel dazu arbeitet GE Vernova an der Einführung kleiner modularer Reaktoren (SMR) und hat eine Vereinbarung über die Stromversorgung eines Rechenzentrums in Texas unterzeichnet, das langfristig eine Kapazität von 1,5 GW aus Kernkraft nutzen soll.
Kapitalabflüsse und aktuelle Marktlage
Trotz der operativen Fortschritte und der steigenden Bedeutung für die Infrastruktur ist die Stimmung unter den Anlegern gedämpft. US-Energiesektor-ETFs verzeichneten in den 65 Tagen bis Mitte August Abflüsse in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar. Dies markiert die längste Serie von Kapitalabzügen seit Mitte 2025 und steht in scharfem Kontrast zum März des laufenden Jahres, als noch Rekordzuflüsse von 5 Milliarden US-Dollar verbucht wurden.
Diese Zurückhaltung spiegelt sich auch in der Kursentwicklung wider. Der iShares Global Clean Energy ETF schloss den Handel am Freitag bei 18,21 USD ab. Damit verzeichnete der Wert über einen Zeitraum von 30 Tagen einen Rückgang von 4,6 Prozent.
Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 46,4 bewegt sich der ETF derzeit in einer neutralen Zone, was auf ein Nachlassen des kurzfristigen Verkaufsdrucks hindeuten könnte, ohne jedoch bereits eine unmittelbare Trendwende zu signalisieren.
Einzelne Komponenten wie SolarEdge kämpfen zudem mit spezifischen Herausforderungen; das Unternehmen meldete für das zweite Quartal einen Nettoverlust von 30,75 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 346,25 Millionen US-Dollar.
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