IREN Aktie: Nscale schürt Wettbewerbssorgen
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 05:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein branchenweiter Ausverkauf bei Anbietern von Cloud-Infrastruktur für künstliche Intelligenz hat die Papiere von IREN belastet. Am Freitag schloss der Titel bei 38,76 Euro, was einem Tagesverlust von 4,5 Prozent entspricht. Auslöser der Abgaben waren wachsende Sorgen am Markt über die künftige Preisgestaltung für Grafikprozessoren sowie ein spürbar anziehender Wettbewerb.
Börsenpläne von Nscale schüren Wettbewerbssorgen
Hintergrund der gedrückten Stimmung im gesamten Segment ist der geplante Gang an die US-Börse des Konkurrenten Nscale. Das Unternehmen hatte am 18. September seinen Zulassungsantrag bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Marktteilnehmer nahmen die Veröffentlichung zum Anlass, das Marktumfeld für sogenannte Neocloud-Anbieter neu zu bewerten.
Wie Reuters berichtete, wies Nscale für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von 140,6 Millionen Dollar aus. Zugleich fiel ein Nettoverlust von 1,02 Milliarden Dollar an. Die Veröffentlichung dieser Zahlen liefert Investoren neue Vergleichswerte für Geschäftsmodelle der KI-Infrastrukturbranche. Sie schürt zugleich Befürchtungen, dass die Preise für Rechenkapazitäten unter Druck geraten könnten.
Für IREN bedeutet das ein verändertes Umfeld bei der Bewertung von Wachstumsplänen. Die Frage nach der Nachhaltigkeit hoher Erträge im Geschäft mit Hochleistungschips rückt damit wieder in den Vordergrund.
Operative Risiken und langfristige Infrastruktur
Die Skepsis trifft bei IREN auf eine verhaltene Einschätzung von Analystenseite. Am Mittwoch stufte Analyst Alex Haissl von Rothschild & Co Redburn die Aktie mit „Neutral“ und einem Kursziel von 40 Dollar ein. Haissl begründete seine Zurückhaltung mit Risiken bei der Umsetzung des Geschäftsplans, den Stückkosten sowie Unwägbarkeiten bei den künftigen Erträgen im Neocloud-Segment.
Zugleich arbeitet IREN weiter am Ausbau seiner Energie- und Rechenzentrenkapazitäten.
Trotz des jüngsten Rückschlags und der Branchensorgen steht für IREN seit Jahresanfang noch ein Kursplus von 15 Prozent zu Buche. Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie widerstandsfähig sich die Margen im Wettbewerb mit neuen Marktteilnehmern tatsächlich erweisen.
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