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IREN Aktie: Bernstein sieht 100-Dollar-Ziel

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 21:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Hedgefonds-bedingten Kursrutsch bestätigt Bernstein das Kaufvotum für IREN mit Kursziel 100 Dollar. Analysten sehen Potenzial trotz Marktschwankungen.

IREN Aktie: Bernstein-Kaufempfehlung nach Hedgefonds-Ausverkauf
Modernes Rechenzentrum mit leuchtenden Servern als Symbol für digitale Infrastruktur und Wachstum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Binnen 48 Stunden hat die Aktie von IREN eine der wildesten Bewegungen ihrer Geschichte durchlaufen. Von einem Tief bei 29,31 US-Dollar am Mittwoch schoss das Papier am Donnerstag um 30,5 Prozent auf 38,26 Dollar nach oben. Am Freitag legte Bernstein mit einer Kaufempfehlung nach – und schickte den Kurs zwischenzeitlich um weitere 7 Prozent nach oben, bevor sich die Rally im Tagesverlauf wieder abschwächte.

Ein Hedgefonds-Kollaps als Auslöser

Der Ausverkauf hatte nichts mit dem Geschäft von IREN selbst zu tun. Der Investmentfonds Situational Awareness von Leopold Aschenbrenner, der binnen kurzer Zeit von rund 225 Millionen auf bis zu 45 Milliarden Dollar gewachsen war, geriet durch eine vierfache Bruttoverschuldung ins Straucheln. Nach Margin-Calls von Goldman Sachs, JPMorgan und Bank of America musste der Fonds am Mittwoch sein gesamtes öffentliches Aktienportfolio in einem Blockgeschäft an Citadel verkaufen – darunter eine IREN-Position im Wert von 401 Millionen Dollar. Auch andere KI-Werte wie SanDisk und CoreWeave gerieten in den Abwärtsstrudel, bevor sie sich am Donnerstag zusammen mit IREN kräftig erholten.

Bernstein sieht Kursziel von 100 Dollar

Mitten in diese Erholung platzte am Freitag die Bestätigung des Bernstein-Analysten Gautam Chhugani, der seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 100 Dollar untermauerte – ein rechnerisches Potenzial von 161 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag. Chhugani verweist auf jüngste Branchendeals wie die direkten Master-Leasing-Vereinbarungen von AMD mit Core Scientific und von Nvidia mit Hut 8, die zeigten, wie Halbleiterhersteller zunehmend direkt mit KI-Infrastrukturanbietern kontrahieren. IREN positioniere sich in diesem Umfeld als vertikal integrierter Neocloud-Anbieter. Der Analystenkonsens aus zwölf Häusern liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von 75,18 Dollar, verteilt auf acht Kauf-, drei Halte- und eine Verkaufsempfehlung.

Vertragsvolumen und Wachstumsziele im Fokus

Untermauert wird der Optimismus durch die operativen Zahlen des Unternehmens. Das Management hob sein Ziel für den AI-Cloud-Umsatz auf eine Jahresrate von mehr als 4 Milliarden Dollar an, wovon 85 Prozent bereits vertraglich gesichert sind – darunter Vereinbarungen mit Microsoft und Nvidia. Im jüngsten Quartal lag der AI-Cloud-Umsatz bei 33,6 Millionen Dollar, hochgerechnet auf das Jahr ergäben sich 134,4 Millionen Dollar, während der Nettoverlust bei 247,8 Millionen Dollar lag. Neue Verträge im Volumen von 2,8 Milliarden Dollar mit einer durchschnittlichen Laufzeit von vier Jahren sehen eine Vorauszahlung von 45 Prozent vor. IREN verfügt zudem über eine Kassenposition von rund 7,6 Milliarden Dollar. Co-CEO Daniel Roberts brachte die Lage auf den Punkt: Die Nachfrage übersteige die verfügbare Kapazität. Bis 2026 soll die Rechenzentrumskapazität auf 480 Megawatt steigen, bis 2027 auf 1,2 Gigawatt.

Als Risikofaktor führt die Berichterstattung das Anfang Juli gestartete Meta-Compute-Projekt an, das als zentraler Wettbewerber im Neocloud-Geschäft gilt – ein länger bekannter Belastungsfaktor, der die Rally am Freitag jedoch nicht bremsen konnte.

Deutlicher Abstand zum Rekordhoch bleibt

Im deutschen Handel notierte die Aktie zuletzt bei 31,98 Euro und gab am heutigen Freitag um 3,46 Prozent nach – ein Zeichen dafür, dass die Nervosität rund um den Hedgefonds-Ausverkauf trotz der Bernstein-Bestätigung noch nicht vollständig verdaut ist. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch vom 3. November klafft weiterhin eine Lücke von 53,40 Prozent. Die kommenden Wochen dürften ruhiger verlaufen, ehe im September mit den nächsten Quartalszahlen der eigentliche Test folgt: Dann muss sich zeigen, ob die vertraglich zugesagten Umsätze tatsächlich in belastbare Erträge münden.

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