IREN Aktie: 25-30 Milliarden für KI-Ausbau geplant
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 11:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
IREN treibt seinen Umbau vom Bitcoin-Miner zum KI-Infrastrukturanbieter mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm voran. Für das Fiskaljahr 2027 plant das Unternehmen Ausgaben von 25 bis 30 Milliarden US-Dollar für den Aufbau von KI-Rechenkapazität. Die Ankündigung sorgte an der Börse zunächst für Nervosität – die Aktie gab vorbörslich um 6,3 Prozent auf 37,96 US-Dollar nach.
Die Analysten von Bernstein sehen in der Größenordnung des Investitionsplans zwar ein Risiko für die Anlegerstimmung, verweisen aber zugleich auf verbesserte Ertragsaussichten je investiertem Kapital.
Nach Einschätzung des Analysehauses verkürzt sich die Amortisationsdauer neuer Projekte auf rund zwei Jahre – gegenüber etwa drei Jahren unter dem 2025 geschlossenen Microsoft-Vertrag. Das würde bedeuten, dass IREN mit jedem neuen Rechenzentrums-Ausbau schneller in die Gewinnzone kommt als bislang.
Wachstum bei AI Cloud beschleunigt sich deutlich
Zahlen aus dem jüngsten Berichtsquartal untermauern den Strategiewechsel: Der Umsatz aus dem AI-Cloud-Geschäft kletterte von 16,4 Millionen auf 128,8 Millionen US-Dollar – nahezu eine Verachtfachung. Die Erlöse aus dem Bitcoin-Mining lagen mit 578,2 Millionen US-Dollar zwar noch deutlich höher, verlieren aber relativ an Gewicht. Der Gesamtumsatz stieg um 41,1 Prozent auf 707 Millionen US-Dollar.
Gegenläufig dazu weitete sich der Verlust massiv aus: IREN verbuchte im Fiskaljahr einen Nettoverlust von 702,6 Millionen US-Dollar, nach einem Gewinn von 86,9 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Ursache ist eine Abschreibung von 638,8 Millionen US-Dollar, mit der das Unternehmen sein Bitcoin-Mining-Geschäft neu bewertet hat.
Analysten bleiben trotz Volatilität optimistisch
Nicht alle Marktbeobachter reagieren verhalten auf den aggressiven Ausbaukurs. H.C. Wainwright stuft die Aktie weiterhin mit Kaufempfehlung und einem Kursziel von 90 US-Dollar ein. Als Argument dient unter anderem, dass die Rechenkapazität für das laufende Jahr bereits vollständig ausgebucht ist und einen annualisierten Umsatz von 4 Milliarden US-Dollar generieren soll.
Zudem können Kunden inzwischen bis zu 25 Millionen US-Dollar pro Megawatt zahlen, gegenüber zuvor 20 Millionen US-Dollar – mit Vorauszahlungen von bis zu 55 Prozent. Das deutet auf eine gestiegene Preissetzungsmacht von IREN im Wettbewerb um knappe KI-Infrastruktur hin.
Auf dem Kurszettel hat der Kontrast zwischen operativem Wachstum und den hohen Vorabinvestitionen dennoch Spuren hinterlassen. Die Aktie schloss am Freitag bei 30,80 Euro, nach einem Tagesverlust von 12 Prozent. Auf Wochensicht steht ein Minus von 9,8 Prozent zu Buche, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 68,61 Euro Anfang November liegt das Papier rund 55 Prozent zurück.
Der 50-Tage-Durchschnitt von 35,94 Euro wird derzeit um 14 Prozent unterschritten – ein Signal dafür, dass der kurzfristige Trend angeschlagen bleibt, während die Investitionsentscheidungen für das kommende Fiskaljahr erst noch ihre Wirkung auf die Zahlen entfalten müssen.
Der breitere Sektor zeigt sich ebenfalls angeschlagen: Als IREN die milliardenschwere Abschreibung bekanntgab, gerieten auch Wettbewerber wie Applied Digital, TeraWulf und Core Scientific unter Druck – ein Hinweis darauf, dass Anleger die Risiken des Umbaus von Krypto-Mining zu KI-Infrastruktur branchenweit neu bewerten.
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