Ipsen, Aktie

Ipsen Aktie: Prognose zum zweiten Mal angehoben

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach starkem Quartal erhöht Ipsen die Ziele für 2026; für 2027 erwartet das Management wegen Generika und Investitionen eine niedrigere Marge.
Moderne wissenschaftliche Laborumgebung mit Fokus auf Fortschritt und Wachstum in der Pharmabranche. Illustration mit AI erstellt.

Ipsen wächst schneller, als der Konzern selbst erwartet hat. Der französische Pharmakonzern hebt nach einem starken dritten Quartal seine Jahresziele zum zweiten Mal an. Die Aktie reagierte zunächst kaum.

Rare Diseases wachsen am schnellsten

Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 26,7 Prozent zu konstanten Wechselkursen auf rund 1,17 Milliarden Euro. Nach neun Monaten steht ein Plus von 24,6 Prozent auf 3,364 Milliarden Euro zu Buche. Das ist mehr als die bisherige Zielmarke von über 20 Prozent.

Getragen wird das Wachstum nicht mehr allein vom Krebsmittel Somatuline. Das übrige Portfolio legte seit Jahresbeginn um 24,2 Prozent zu. Die Seltene-Erkrankungen-Sparte verdoppelte ihren Umsatz auf knapp 500 Millionen Euro, angetrieben vom Leberpräparat Iqirvo und von Bylvay. Die Onkologie bleibt mit gut 2,2 Milliarden Euro die größte Sparte, die Neurowissenschaften steuern rund 669 Millionen Euro bei.

Höhere Ziele, dämpfender Ausblick

Für 2026 peilt Ipsen nun ein Umsatzwachstum von rund 23 Prozent an. Die operative Kernmarge soll bei etwa 39 Prozent liegen, zuvor waren es über 37 Prozent. Währungseffekte dürften rund 0,5 Prozent kosten.

Beim Blick auf 2027 wird das Management vorsichtiger. Finanzchef Aymeric nannte die Marge von 39 Prozent einen "außergewöhnlichen Wert", getrieben vom hohen Somatuline-Umsatz. Für 2027 rechnet er mit einem Rückgang: Generika drücken auf Somatuline, hinzu kommen Investitionen in Markteinführungen.

In den USA ist bereits ein erster Nachahmer von Amneal am Markt. Der Konzern sieht bisher nur einen allmählichen Anstieg, das Präparat gilt als schwer herzustellen. Das könnte erklären, warum die Aktie auf die starken Zahlen kaum reagierte.

Pipeline und Rechtsstreit

Die Wachstumshoffnungen ruhen auf mehreren späten Projekten. Für Dysport gegen Migräne laufen die Zulassungsanträge, eine Genehmigung erwartet das Management 2027. Das Ziel für Iqirvo hat Ipsen von über 500 Millionen auf 1 Milliarde Euro verdoppelt, gestützt auf eine geplante Erweiterung des Zulassungstexts.

Die Phase-III-Daten zu Navtemadlin bei Myelofibrose werden in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet. Der Wirkstoff kam mit der Übernahme von Kartos ins Haus, ebenso wie Potravitug über Memo Therapeutics.

Ein Risiko liegt im Streit mit Galderma. Der Partner hat im Oktober zwei weitere Schiedsverfahren zum neuen Wirkstoff Corabotase eingeleitet. Ipsen weist die Position zurück und will sich verteidigen. Die Finanzfolgen lassen sich laut Unternehmen nicht abschätzen. Einen ersten Schiedsspruch im Januar 2026 hatte Ipsen für sich entschieden.

Die vollständigen Jahreszahlen und die Umsätze des vierten Quartals legt Ipsen am 11. Februar 2027 vor. Dann zeigt sich, wie stark das Somatuline-Generikum im Schlussquartal bereits Spuren hinterlässt.

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