Invivyd: Startet FLINTLOCK gegen Long COVID
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deInvivyd erweitert die klinische Prüfung von VYD2311 auf Long COVID und das Post-Vakzin-Syndrom. Gemeinsam mit der SPEAR Study Group startete das Unternehmen am Mittwoch die Phase-2-Studie FLINTLOCK. Damit steht die Frage im Mittelpunkt, ob der Wirkstoff bei anhaltenden Beschwerden nach einer Infektion oder Impfung helfen kann. Erste Daten werden für Mitte 2027 erwartet.
Die Aktie legte gestern um 10% zu. Der Studienstart liefert einen konkreten Entwicklungsschritt, aber noch keinen Wirksamkeitsnachweis für die untersuchten Erkrankungen.
Kontrollierte Prüfung bei anhaltenden Beschwerden
FLINTLOCK ist randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert angelegt. Die Untersuchung soll Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und klinische Wirksamkeit erfassen. Der Vergleich mit Placebo soll zeigen, wie sich die Behandlung gegenüber einer Scheinbehandlung bewährt.
Geplant sind etwa 130 Erwachsene. Für eine Teilnahme müssen mindestens zwei Symptome bestehen, die seit wenigstens sechs Monaten nach einer Infektion oder Impfung anhalten.
Die Untersuchung richtet sich damit gezielt an Menschen mit länger bestehenden Beschwerden. Für Anleger ist entscheidend, dass der Beginn dieser Prüfung nicht mit einem positiven klinischen Ergebnis gleichzusetzen ist. Ob die Behandlung tatsächlich hilft, muss FLINTLOCK erst zeigen.
Höhere Dosis als in Präventionsstudien
Die Behandlung beginnt mit einer intravenösen Infusion an Tag 1. Danach folgen intramuskuläre Injektionen an Tag 30 und Tag 60.
Invivyd setzt damit auf eine Kombination unterschiedlicher Verabreichungswege. Neben der klinischen Wirkung untersucht das Unternehmen auch, wie sich der Wirkstoff im Körper verhält und wie gut die Teilnehmer die Behandlung vertragen.
Die angestrebte Gesamtdosis entspricht dem Zehnfachen der prophylaktischen Dosis aus DECLARATION und LIBERTY. Sie liegt zugleich unter der Dosis der ersten Humanstudie. Die Prüfung der Endpunkte reicht bis Tag 90.
Labordaten ersetzen keine klinischen Ergebnisse
Nach Angaben von Invivyd zeigte VYD2311 im Labor Aktivität gegen getestete SARS-CoV-2-Varianten von Wuhan bis Omikron. Diese Beobachtung ist von der jetzt untersuchten klinischen Wirkung bei Long COVID und Post-Vakzin-Syndrom zu unterscheiden. Laboraktivität belegt noch keine Linderung anhaltender Beschwerden.
VYD2311 ist für keine Anwendung zugelassen. Auch PEMGARDA besitzt keine Zulassung zur Behandlung von Long COVID oder Post-Vakzin-Syndrom.
Für die Bewertung des neuen Einsatzgebiets zählen deshalb vor allem die angekündigten FLINTLOCK-Ergebnisse. Sie sollen eine erste klinische Einordnung von Wirksamkeit und Sicherheit ermöglichen. Bis dahin bleibt der Studienstart ein Fortschritt im Entwicklungsprogramm, nicht der Nachweis einer erfolgreichen Therapie.
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