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Invesco Solar ETF: 15-Prozent-Zölle ab 4. Dezember

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-Handelsregeln verschärfen den Druck auf Solarhersteller, während SolarEdge und First Solar laut Analysten von neuen Markthürden profitieren könnten.

Solaraktien unter Druck: Zölle belasten, SolarEdge und First Solar profitieren
Reihen von Photovoltaik-Paneelen in einem Solarpark bei goldenem Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Solarsektor steht unter erheblichem regulatorischem Druck und einer volatilen Berichtssaison. Neue Handelsbeschränkungen der US-Regierung sowie uneinheitliche Ergebnisse führender Branchenvertreter sorgen für eine Neubewertung der Marktlage. Während Protektionismus und nationale Sicherheitsbedenken die Lieferketten belasten, profitieren einzelne Unternehmen von einer gezielten Marktregulierung.

Regulatorischer Druck aus Washington verschärft sich

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Solarbranche in den USA haben sich in den vergangenen Tagen drastisch verschärft. Eine am Mittwoch unterzeichnete Exekutivverordnung stuft den Import bestimmter Netzkomponenten aus 24 Ländern, darunter China, als nationalen Notfall ein.

Betroffen sind unter anderem Wechselrichter, Transformatoren und Batteriespeichersysteme für Übertragungsleitungen ab 69 Kilovolt. Das US-Energieministerium hat nun 120 Tage Zeit, um detaillierte Regeln zur Sicherung des Stromnetzes zu entwickeln.

Parallel dazu rücken die neuen Section 232 Zölle näher, die ab dem 4. Dezember in Kraft treten sollen. Diese sehen eine 15-prozentige Abgabe auf importierte Silizium-Wafer, Zellen und Module vor.

Zudem wurden Mindestimportpreise festgelegt, die unter anderem Polysilizium bei 100 US-Dollar pro Kilogramm und Module bei 38 Cent pro Watt deckeln. Während Branchengrößen wie First Solar die Maßnahmen begrüßen, warnen Projektentwickler vor steigenden Kosten und einer drohenden Margenverknappung bei nachgelagerten Installateuren.

Licht und Schatten in der Berichtssaison

Die jüngsten Quartalsergebnisse der großen Modulhersteller unterstreichen die operativen Herausforderungen. JinkoSolar vermeldete für das zweite Quartal einen deutlichen Umsatzrückgang um 31,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 12,36 Milliarden Renminbi.

Das Unternehmen verzeichnete einen Nettoverlust von 697,3 Millionen Renminbi, während die Bruttomarge auf 4,2 Prozent einbrach. In der Folge senkte das Management die Prognose für die Modullieferungen im Gesamtjahr 2026 auf 60 bis 70 Gigawatt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Canadian Solar. Das Unternehmen meldete für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar und einen Nettoverlust von 77 Millionen US-Dollar. Besonders der Rückgang der Modullieferungen um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr belastete das Ergebnis.

Ein Lichtblick war hingegen das Segment der Energiespeicher, dessen Auslieferungen um 73 Prozent im Jahresvergleich auf 3,7 Gigawattstunden stiegen. Der Auftragsbestand in diesem Bereich wird aktuell auf 3,5 Milliarden US-Dollar beziffert.

Analysten sehen Chancen durch neue Marktzugangshürden

Trotz des schwierigen Umfelds identifizieren Analysten Gewinner der neuen Regulierung. Die Experten von UBS stuften die Aktie von SolarEdge gestern auf „Buy“ hoch und erhöhten das Kursziel auf 42 US-Dollar. Hintergrund ist eine neue Regelung der US-Fernmeldebehörde FCC, die ausländische Wechselrichter auf eine Verbotsliste gesetzt hat.

Laut UBS könnten davon betroffene Anbieter mehr als 50 Prozent des US-Marktes für gewerbliche Dachanlagen abdecken, was SolarEdge erhebliche Marktanteilsgewinne ermöglichen dürfte. Das Unternehmen kehrte bereits im zweiten Quartal in die operative Profitabilität zurück und verdoppelte seine Batterielieferungen.

Auch First Solar erfährt positive Resonanz. Die Analysten von BMO Capital Markets stuften das Papier am Donnerstag auf „Outperform“ hoch. Sie begründeten diesen Schritt damit, dass der jüngste Kursrückgang im Zusammenhang mit den Section 232 Zöllen übertrieben sei.

Mit einem neuen Kursziel von 263 US-Dollar setzen die Experten darauf, dass First Solar als US-Hersteller mit Dünnschicht-Technologie, die ohne Polysilizium auskommt, strukturell besser gegen die neuen Importbeschränkungen aufgestellt ist als die Konkurrenz. Zudem überzeugte das Unternehmen zuletzt mit einem Gewinn je Aktie von 3,92 US-Dollar, was die Erwartungen deutlich übertraf.

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