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Intercontinental Exchange Aktie: Neues Margin-Modell

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 15:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ICE bezieht britische und europäische Zinskontrakte in IRM 2 ein und integriert ICE Connect Wealth in TradePMRs Fusion-Plattform.
Intercontinental Exchange Hauptquartier US45866F1049 als modernes Glas Turm Rendering mit Glasfassade im goldenen Abendlicht Illustration mit AI erstellt.

Die Intercontinental Exchange baut ihr Risikomanagement im Zinsgeschäft um. Das Portfolio-Margining-Modell ICE Risk Model 2 (IRM 2) gilt künftig auch für britische und europäische Zins- und Anleihederivate. Der Schritt fällt in ein Jahr, in dem die Zinsprodukte der Börsenbetreiberin Rekordwerte erreichen.

Was sich ändert

IRM 2 basiert auf einem Value-at-Risk-Ansatz und bewertet das gesamte Portfolio eines Clearingmitglieds statt einzelner Positionen. Gegenläufige Risiken werden angerechnet, was die Sicherheitsleistungen senken kann. Das Modell nutzt eine Filtered Historical Simulation und erfasst so Diversifikation über verwandte Referenzzinsen und Währungen hinweg.

Hinzu kommen antizyklische Elemente. Sie sollen sprunghafte Margin-Änderungen vermeiden und in Stressphasen dennoch belastbar bleiben.

Betroffen sind Futures und Optionen auf Euribor, €STR, SONIA, SARON und Gilts samt wichtiger Spread-Kontrakte. Sie schließen sich mehr als 1.300 Kontrakten an, die ICE in Energie- und Finanzmärkten bereits über IRM 2 absichert.

Rekordjahr im Zinsgeschäft

Die Nachfrage liefert den Rahmen. Das Handelsvolumen im Zins- und Anleihebereich liegt seit Jahresbeginn im Schnitt 47 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, das offene Interesse stieg um 23 Prozent.

ICE-Manager Caterina Caramaschi verweist auf auseinanderlaufende Zinspfade der Notenbanken. Sie erhöhten den Bedarf an ausgefeilteren Risikowerkzeugen. Kunden könnten mit IRM 2 Zinsrisiken über mehrere Währungen kapitaleffizienter steuern.

Das Produktangebot wächst parallel. In diesem Jahr kamen neue STIR-Futures für Japan, Schweden, Norwegen, Südafrika und Australien dazu. Sie sollen "zu gegebener Zeit" ebenfalls auf IRM 2 wechseln.

Datenangebot für Vermögensverwalter

Ein weiterer Baustein betrifft das Datengeschäft. Das webbasierte Angebot ICE Connect Wealth ist ab sofort in die Fusion-Plattform von TradePMR by Robinhood integriert, einer Plattform für registrierte Anlageberater. Die Berater erhalten damit Marktdaten, Analysen und Handelsunterstützung in ihrem gewohnten Arbeitsumfeld.

Die beiden Unternehmen arbeiten schon länger zusammen. Über die Lösung ICE Bonds Private Label handeln nach Unternehmensangaben bereits Tausende Vermögensverwalter Anleihen.

Für ICE verbreitert sich damit das Geschäft mit wiederkehrenden Daten- und Handelserlösen. Der nächste konkrete Schritt ist die Migration der neuen STIR-Kontrakte auf IRM 2. Einen Termin dafür nennt das Unternehmen bislang nicht.

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