Intel Aktie: Optionshändler wetten auf Rekord
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 10:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wer in den vergangenen Wochen auf Intel gesetzt hat, kann sich freuen. Die Aktie hat binnen eines Monats rund 35 Prozent zugelegt und sich damit vom Nachzügler der KI-Rally zum gefragten Namen im Halbleitersektor gewandelt. Am Optionsmarkt schlägt sich diese Wende inzwischen deutlich nieder.
Die implizite Volatilität von Intel-Optionen liegt bei 69 — ein Wert, der zeigt, wie stark Händler mit weiteren größeren Kursbewegungen rechnen. Market-Maker preisen derzeit eine Chance von rund 50 Prozent ein, dass die Aktie bis zum 30. Oktober ihr bisheriges Schlusshoch von etwa 140 Dollar übertrifft. Ein Coinflip also, aber einer, der noch vor wenigen Monaten kaum jemand für möglich gehalten hätte.
Breite Rally, schmale Basis
Der Optimismus rund um Intel fällt in eine Marktphase, die von auffällig geringer Breite geprägt ist. An der New Yorker Börse standen zuletzt 75 neue 52-Wochen-Tiefs nur 14 neuen Hochs gegenüber — trotz Rekordständen bei S&P 500 und Nasdaq. Institutionelle Händler mussten sich zeitweise sogar mit Call-Optionen eindecken, um mit dem Momentum Schritt zu halten, was das Verhältnis von Calls zu Puts auf den höchsten Stand seit Mai trieb.
Intel profitiert dabei von der breiteren Chip-Rally, zu der auch Speicherhersteller wie Micron und Sandisk zählen. Für Micron erwarten Optionshändler ein neues Hoch bereits bis zum 23. Oktober.
Im Tagesgeschäft blieb die Aktie zuletzt allerdings blass: An einem Handelstag mit dünner Nachrichtenlage und neuen Drohungen des US-Präsidenten gegen den Iran gab Intel leicht nach, während der Gesamtmarkt uneinheitlich tendierte. Das unterstreicht, dass die aktuelle Kursfantasie weniger von Tagesnews als von der strukturellen Neubewertung des Unternehmens im KI-Handel getragen wird.
Bis zum 30. Oktober bleibt die Marke von 140 Dollar der entscheidende Referenzpunkt. Ob Intel sie erreicht, hängt maßgeblich davon ab, ob die aktuelle Halbleiter-Rally ihre Breite behält oder wie der Gesamtmarkt zunehmend auf wenige Schultern verteilt bleibt.
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