Inseego Aktie: Neue Funkbänder im Visier
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 18:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Inseego erweitert sein Geschäft über klassische Fixed-Wireless-Router hinaus. Auf der Konferenz Network X in Wien hat das Unternehmen gleich zwei Vorhaben präsentiert: eine Teilnahme an Carrier-Tests zu Licensed Band Radio und eine neue Multi-WAN-Software für seine SD-WAN-Geräte.
Licensed Band Radio: Tests mit Netzbetreibern
Licensed Band Radio (LBR) verbindet lizenziertes Millimeterwellen-Spektrum mit hoher Kapazität. Netzbetreiber wollen damit glasfaserähnliche Bandbreiten liefern und zugleich die Ausbaukosten senken. Inseego prüft dafür Lösungen auf Basis der Dragonwing-Plattformen von Qualcomm, sowohl für Punkt-zu-Mehrpunkt- als auch für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen.
Das Unternehmen sieht sich dafür gut aufgestellt. Die Basis liefert das FastMile-Portfolio, das Inseego von Nokia übernommen hat. Es bringt Empfängertechnik für Millimeterwellen, Funk-Know-how und bestehende Beziehungen zu Netzbetreibern mit. Viele LBR-Szenarien ähneln laut Unternehmen den bisherigen FastMile-Einsätzen.
Inseego erwartet Carrier-Trials in den USA, Indien, Lateinamerika und Europa. Das sind Evaluierungen, keine Aufträge. Konkrete Volumina oder Umsätze nennt das Unternehmen nicht.
Multi-WAN-Software für mehr Ausfallsicherheit
Einen Tag zuvor stellte Inseego Software vor, die verschiedene Internetzugänge bündelt. Sie steuert Datenverkehr über Outdoor-5G-Empfänger, Satellitenterminals im niedrigen Erdorbit, Glasfaser, andere Festnetzanschlüsse und integrierte Mobilfunkverbindungen. Fällt eine Leitung aus, schaltet das System automatisch auf eine andere um.
Die Funktion läuft auf SD-WAN-Geräten wie dem Wavemaker FX4200 und lässt sich über die Cloud-Plattform Inseego Connect konfigurieren. Zielgruppe sind Umgebungen, in denen Ausfälle teuer werden: abgelegene Standorte, Transport, Industrie und Unternehmensnetze. Inseego will die Lösung zu einem Preis anbieten, wie er für einfache Single-Link-Produkte üblich ist.
Die Kombination mit den FastMile-Außenempfängern erlaubt es Betreibern, Innen- und Außengeräte sowie Cloud-Verwaltung aus einer Hand zu beziehen. Am Messestand zeigt Inseego Failover und Wiederherstellung unter simulierten Leitungsausfällen.
Börse: Rücksetzer vor den Meldungen
Die Aktie schloss zuletzt bei 4,30 Dollar und verlor damit rund 6 Prozent. Nachbörslich gab sie leicht nach. Die Reaktion auf die Wien-Meldungen steht damit noch aus.
Strategisch zeigt sich ein klares Muster: Inseego nutzt die Nokia-Übernahme, um Software, Endgeräte und neue Funktechnik zu verzahnen. Ob daraus Umsatz entsteht, hängt von den Ergebnissen der Carrier-Trials ab. Vorerst können Anleger in Wien Gespräche mit Betreibern und Partnern erwarten, die das Unternehmen am Rande von Network X führt.
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