Inogen Aktie: Neuer Chef, neuer Kurs
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 01:32 Uhr | Redaktion boerse-global.deInogen räumt auf. Binnen weniger Wochen hat der Medizintechnikkonzern sein US-Mietgeschäft verkauft, einen Sparplan aufgelegt und den Chefposten neu besetzt. Die Zahlen zum dritten Quartal fallen dabei fast zur Nebensache aus.
Führungswechsel mit Ansage
Der Verwaltungsrat hat Andy Reding zum Präsidenten und Vorstandschef ernannt. Er löst Kevin Smith ab. Reding kam erst im Juli als Chief Operating Officer ins Unternehmen und bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Medizintechnik mit, unter anderem von Viant Medical und Hillrom Respiratory Health.
Aufsichtsratschefin Elizabeth Mora machte deutlich, dass die Leistung besser werden müsse. Der Zeitpunkt für den Wechsel sei richtig. Reding spielte nach ihren Angaben eine zentrale Rolle beim Verkauf des Mietgeschäfts, der die Firma schlanker aufstellen soll.
Zahlen nach dem Umbau
Der Verkauf des US-Sauerstoffmietgeschäfts wurde am 2. November abgeschlossen, mit einem Erlös von bis zu 24,8 Millionen Dollar. Die Sparte läuft nun als aufgegebener Geschäftsbereich. Die Zahlen beziehen sich daher auf das fortgeführte Geschäft.
Dessen Umsatz sank im dritten Quartal um 2,4 Prozent auf 77,2 Millionen Dollar. In den USA wuchs er um 3,8 Prozent, getragen von tragbaren Sauerstoffkonzentratoren und neuen Produkten. Schwache Investitionen im Ausland drückten dagegen auf das Gesamtbild.
Der bereinigte Verlust lag bei 0,4 Millionen Dollar, nach einem kleinen Gewinn im Vorjahr. Der Verlust nach US-GAAP stieg auf 14,8 Millionen Dollar, nach 3,6 Millionen Dollar. Die Bruttomarge sank auf 44,1 Prozent, weil weniger margenstarke Auslandsgeschäfte anfielen.
Sparprogramm und Aktionärsthemen
Ab dem vierten Quartal läuft ein Kostensenkungsprogramm. Bis Ende 2027 soll es jährlich rund 20 Millionen Dollar einsparen. Die Kasse ist mit 97,7 Millionen Dollar gut gefüllt, Schulden gibt es keine.
Das Aktienrückkaufprogramm wurde um 15 Millionen auf insgesamt 45 Millionen Dollar aufgestockt. Bisher kaufte Inogen in diesem Jahr gut 1,78 Millionen Aktien für 11,2 Millionen Dollar zurück.
Zudem will der Verwaltungsrat auf der Hauptversammlung 2027 vorschlagen, das gestaffelte Board abzuschaffen und die Supermehrheitsregeln zu streichen. Der Anlass: Ein ähnlicher Antrag erhielt 2026 über 99 Prozent der abgegebenen Stimmen, verfehlte aber die nötige Zweidrittelmehrheit aller ausstehenden Aktien.
Ausblick
Für das vierte Quartal erwartet Inogen einen Umsatz von 65 bis 68 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Unternehmen 298 bis 301 Millionen Dollar an.
Beim bereinigten Verlust rechnet das Management mit 7 bis 8 Millionen Dollar. Ob Redings Sparkurs die Gewinnschwelle näher rückt, zeigen erstmals die Zahlen zum vierten Quartal.
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