INFRACORE Aktie: Gebot für Wetzikon
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 08:50 Uhr | Redaktion boerse-global.deInfracore hat sein Angebot für die Immobilien des Spitals Wetzikon konkretisiert. Das auf Gesundheitsimmobilien spezialisierte Unternehmen bietet der Spitalbetreiberin GZO AG 55 Millionen Franken für das gesamte Immobilienportfolio — eingereicht bereits am 29. Juli, jetzt aber offengelegt, weil das Sanierungsverfahren der GZO in eine entscheidende Phase geht.
Strukturell handelt es sich um eine Sale-and-Leaseback-Transaktion: Infracore kauft die Gebäude, GZO bleibt Betreiberin und mietet die Immobilien langfristig zurück. Vorgesehen ist ein Mietvertrag über 30 Jahre mit Verlängerungsoptionen. Wichtig für die angeschlagene Spitalbetreiberin: Leistungsaufträge, Betriebsbewilligungen, Arbeitsverhältnisse und Patientendaten bleiben unangetastet — es geht ausschließlich um die Immobilien.
Kein Finanzierungsvorbehalt
Das Angebot ist laut Unternehmensmitteilung vollständig finanziert und ohne Finanzierungsvorbehalt ausgestaltet. Der Kaufpreis wird fällig, sobald der Nachlassvertrag bestätigt ist. Für die Gläubiger der GZO bedeutet das nach Angaben von Infracore eine substanziell höhere Bardividende — ein Argument, das im laufenden Bieterstreit um die Sanierung des Spitals Gewicht haben dürfte.
Ein weiterer Baustein: Infracore will auch die Fertigstellung des unvollendeten Erweiterungsbaus finanzieren, allerdings erst, wenn sich das Kerngeschäft der GZO nach Abschluss des Nachlassverfahrens stabilisiert hat. GZO erhielte dafür ein Vormietrecht zu vorab vereinbarten Konditionen. Die Aktionärsgemeinden müssten laut Infracore weder eine Kapitalerhöhung stemmen noch zusätzliche öffentliche Mittel bereitstellen.
CEO Eric Frey begründete den Vorstoß mit der Einfachheit der Konstruktion: Bargeld für die Gläubiger, Kontinuität für Spital, Personal und Patienten, keine öffentlichen Mittel. Über die tatsächliche Sanierungslösung entscheiden am Ende jedoch die Gläubiger der GZO im Rahmen des Nachlassverfahrens — nicht Infracore selbst.
Die Aktie zeigte auf die Offenlegung der Eckpunkte zunächst kaum Bewegung. Entscheidend wird nun, wie die Gläubigergemeinschaft der GZO das Angebot im Vergleich zu konkurrierenden Sanierungsvorschlägen bewertet.
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