Infineon, Aktie

Infineon Aktie: Verkauf trifft auf Chartsorgen

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 18:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Infineon veräußert Speicherchip-Aktivitäten für 1,12 Milliarden Dollar, während die Aktie an der 200-Tage-Linie unter Druck bleibt.

Reinraumtechniker im Bunny-Suit an Lithografieanlage, Schwarzweiß
Schwarzweiße Reportagefotografie eines Reinraumtechnikers im Bunny-Suit an einer Lithografieanlage – dokumentarisch wie in den Fertigungsstätten von Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004) zu finden, die auf Halbleiter-Mikroelektronik spezialisiert sind Illustration mit AI erstellt.

Infineon trennt sich von einem Teil seines Speicherchip-Geschäfts – und schickt damit ein Signal an den Markt, während die Aktie charttechnisch um eine wichtige Marke ringt. Für 1,12 Milliarden Dollar wandert das Geschäft mit NOR-Flash- und F-RAM-Speichern zum taiwanischen Anbieter Winbond Electronics. Der Markt reagierte zunächst positiv: Im XETRA-Handel legte das Papier zeitweise auf 55,09 Euro zu.

Fokus auf Wachstumstreiber

Das veräußerte Portfolio bediente bislang Kunden aus Automobil-, Industrie- und Infrastrukturbereich. Es wird schulden- und liquiditätsfrei übergeben, der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet – behördliche Freigaben stehen noch aus. Automotive-Chef Peter Schiefer begründete den Schritt damit, die Kapitalallokation stärker auf die zentralen Wachstumstreiber des Konzerns auszurichten.

Infineon bleibt dem Speichergeschäft nicht komplett fern: SRAM, HYPERRAM, nvSRAM sowie strahlungsgehärtete SONOS-Produkte für Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung verbleiben im Portfolio. Der Deal liest sich damit weniger als Rückzug, sondern als Schärfung des Fokus auf margenstärkere Nischen.

Charttechnisch wird es eng

Der positive Nachrichtenimpuls trifft auf ein angespanntes charttechnisches Bild. Die Aktie ist zuletzt auf den niedrigsten Stand seit April gefallen und kämpft nun um die 200-Tage-Linie, die knapp unter der 55-Euro-Marke verläuft.

Ein nachhaltiger Bruch dieser Linie auf Wochenschlusskursbasis würde ein weiteres Verkaufssignal liefern – Analysten sehen in diesem Szenario Abwärtspotenzial bis in den Bereich zwischen 47 und 48 Euro, wo im Jahresverlauf 2025 ein wichtiger Ausbruch stattgefunden hatte.

Nach oben hin gilt der Bereich um 60 Euro als hartnäckiger Widerstand, an dem sich zuletzt bereits ein Erholungsversuch erschöpfte. Erst Kurse oberhalb von 62 Euro würden das derzeit bearish geprägte Setup entschärfen.

Auch die Bewertung gibt wenig Rückenwind: Für das laufende Geschäftsjahr wird Infineon mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 42,3 gehandelt – deutlich über dem eigenen Zehn-Jahres-Mittel von 33,4 und dem Branchendurchschnitt von 22,1.

Der Winbond-Deal zeigt, dass Infineon operativ an der Portfoliostruktur arbeitet. Ob das reicht, um die charttechnische Schwäche zu überwinden, hängt in den kommenden Tagen maßgeblich davon ab, ob die 200-Tage-Linie hält oder fällt.

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