Infineon, Aktie

Infineon Aktie: Speicherverkauf an Winbond für 1,12 Milliarden

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 18:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Infineon hebt das Jahresumsatzziel auf rund 16,3 Milliarden Euro an und verkauft sein NOR-Flash- und F-RAM-Geschäft.

Reinraumtechniker im Bunny-Suit an Lithografieanlage, Schwarzweiß
Schwarzweiße Reportagefotografie eines Reinraumtechnikers im Bunny-Suit an einer Lithografieanlage – dokumentarisch wie in den Fertigungsstätten von Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004) zu finden, die auf Halbleiter-Mikroelektronik spezialisiert sind Illustration mit AI erstellt.

Infineon forciert den Ausbau des Geschäfts mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren, stößt am Kapitalmarkt jedoch auf geteilte Erwartungen. Während strategische Weichenstellungen das Profil schärfen sollen, gehen die Meinungen über die künftige Wachstumsdynamik auseinander.

Oddo BHF stufte die Aktie am 18. September von „Neutral“ auf „Outperform“ hoch und bezifferte das Kursziel auf 80 Euro.

Die Experten setzen auf die Marktposition des Halbleiterherstellers bei energieeffizienten Komponenten. Mit dem rasanten Ausbau von Serverfarmen steigt der Bedarf an spezialisierter Leistungselektronik zur Stromverteilung erheblich.

Skeptischer zeigte sich Morgan Stanley am 8. September. Die Analysten stuften das Papier von „Overweight“ auf „Equalweight“ ab und senkten das Kursziel auf 65 Euro. Als Begründung nannten sie Zweifel am Umsatzwachstum im Bereich der KI-Rechenzentren für das Geschäftsjahr 2026/27.

Konsequenter Umbau des Portfolios

Die gegensätzlichen Urteile begleiten einen tiefgreifenden Konzernumbau. Infineon trennt sich schrittweise von Randaktivitäten, um finanzielle Mittel und Entwicklungskapazitäten gezielter in der Infrastruktur für künstliche Intelligenz zu bündeln.

In diese Strategie ordnet sich der vereinbarte Verkauf des Speichergeschäfts für NOR-Flash und F-RAM an Winbond Electronics ein. Die Transaktion besitzt ein Volumen von 1,12 Milliarden USD auf schulden- und liquiditätsfreier Basis und betrifft rund 350 Mitarbeiter. Der Abschluss wird für das zweite Halbjahr 2027 erwartet.

Der Chiphersteller gibt damit ein Segment ab, das weniger Überschneidungen mit den künftigen Wachstumstreibern aufweist. Frei werdende Mittel fließen vor allem in margenstärkere Schlüsseltechnologien.

C2i fertigt Software-definierte Controller und Smart-Power-Stages für Serveranwendungen.

Operatives Fundament und Kursverlauf

Den Rückenwind für die Neuausrichtung liefert das bestehende Geschäft. Solide Mittelzuflüsse verschaffen dem Vorstand den nötigen Spielraum, um margenschwächere Bereiche neu zu ordnen.

Angesichts dieses Geschäftsverlaufs hob das Management das Umsatzziel für das Gesamtjahr auf rund 16,3 Milliarden Euro an.

Damit hat das Unternehmen operativ geliefert, steht nun jedoch vor der Bewährungsprobe für die kommenden Jahre. Entscheidend für das Vertrauen der Anleger bleibt, wie schnell die neuen Schwerpunkte mögliche Erlösverluste aus Verkäufen kompensieren.

An der Börse wird das Papier zu 57,23 Euro gehandelt. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 52 Prozent, notiert aber unter dem 52-Wochen-Hoch von 89,67 Euro.

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