Infineon, Aktie

Infineon Aktie: Power-Chip spart 70 Prozent Platinenfläche

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 07:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Infineon bündelt seine Aktivitäten stärker in Autoelektronik und erneuerbaren Energien, während die Aktie zum Wochenstart um 4,5 Prozent zulegte.

Reinraumtechniker im Bunny-Suit an Lithografieanlage, Schwarzweiß
Schwarzweiße Reportagefotografie eines Reinraumtechnikers im Bunny-Suit an einer Lithografieanlage – dokumentarisch wie in den Fertigungsstätten von Infineon Technologies AG (ISIN DE0006231004) zu finden, die auf Halbleiter-Mikroelektronik spezialisiert sind Illustration mit AI erstellt.

Der Halbleiterkonzern Infineon ordnet seine Geschäftsfelder neu. Der Schritt gilt als Weichenstellung für das Unternehmen, das seine Ressourcen im dynamischen Technologieumfeld gezielter auf strukturelle Wachstumsfelder ausrichten will. Vor allem die Leistungselektronik für Kraftfahrzeuge und Energieinfrastruktur steht dabei im Mittelpunkt.

Fokus auf Automobilelektronik und funktionale Sicherheit

Die Reduzierung von Randaktivitäten fügt sich in die langfristige Strategie des Unternehmens ein. Halbleiter gewinnen im Verkehrssektor stetig an Bedeutung. Nach Schätzungen von Infineon benötigt ein reines Elektrofahrzeug fast doppelt so viele Halbleiterbauteile wie ein klassischer Verbrenner.

Ein zentrales Element ist der OPTIREG TLE9744QK, ein spezialisierter Power-Management-Schaltkreis für Hochvolt-Traktionsinverter in Elektro- und Hybridfahrzeugen. Das System vereint mehrere Funktionen auf einem einzigen Bauteil: Es integriert Spannungsversorgungsschienen, Resolver-Erregung sowie eine dezidierte Sicherheitslogik.

Laut Infineon führt diese Zusammenfassung zu einer Einsparung an Platinenfläche von bis zu 70 Prozent für die ersetzten Bauteile und senkt zugleich die Gesamtzahl der Komponenten im Inverter.

Die integrierte Sicherheitslogik dient dabei als zweiter unabhängiger Überwachungspfad. Sie kontrolliert unter anderem die Phasenströme, die Zwischenkreisspannung sowie den Betriebszustand des Mikrocontrollers. Bei Fehlfunktionen kann das System eigenständig einen sicheren Zustand der Leistungselektronik erzwingen.

Die Architektur erfüllt den Sicherheitsstandard ASIL-D und ist mit den Steuergerätefamilien TRAVEO T1G sowie AURIX kompatibel. Um den Fertigungszyklen der Autoindustrie zu entsprechen, plant der Konzern eine Produktverfügbarkeit bis mindestens 2038.

Systemlösungen für Photovoltaik und Speichersysteme

Neben der Elektromobilität adressiert der Halbleiterhersteller den Markt für erneuerbare Energien. In einem angekündigten Fachformat stellen Systemspezialisten wie Stefano de Filippis und Suresh Thangavel modulare Konzepte für Solaranwendungen vor. Dabei demonstriert Infineon Architekturen auf Basis von Silizium, Galliumnitrid und Siliziumkarbid für Wechselrichter und Speicher.

Diese Halbleitermaterialien ermöglichen kompaktere Bauformen sowie höhere Wirkungsgrade bei Leistungsoptimierern und Mikroinvertern. Die Kombination aus abgestimmter Leistungselektronik und Steuerungssoftware soll den Systemaufwand für Hersteller von Solaranlagen spürbar verringern. Damit vertieft Infineon die Wertschöpfung über reine Komponentenverkäufe hinaus hin zu kompletten Systemarchitekturen.

Kursplus zum Wochenauftakt

Am Aktienmarkt reagierten die Anleger positiv auf die jüngste Entwicklung. Gestern verzeichnete das Papier einen Kursgewinn von 4,5 Prozent und ging bei 58,60 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht untermauert der Titel seinen Aufwärtstrend: Seit Jahresanfang liegt die Aktie mit 55 Prozent im Plus.

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