Indra Sistemas Aktie: Neues Militärfahrzeug-Werk in As Pontes
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 00:55 Uhr | Redaktion boerse-global.deMit neuen Standorten und der Aussicht auf einen milliardenschweren Großauftrag treibt Indra Sistemas den Ausbau seiner Rüstungssparte voran. Während die spanische Gruppe am heutigen Montag an der Börse um 4,1 Prozent auf 62,30 Euro zulegte, stehen in dieser Woche mehrere operative Weichenstellungen sowie die Veröffentlichung der jüngsten Geschäftszahlen an.
Neue Standorte für Landsysteme
Der Konzern erweitert seine Fertigungskapazitäten in Spanien deutlich. Am Mittwoch stellt Vorstandschef Josep Maria Recasens eine neue Produktionsstätte für Militärfahrzeuge im galicischen As Pontes vor.
Auf einem über 50.000 Quadratmeter großen Areal fließen rund 18 Millionen Euro in den Aufbau von knapp 15.000 Quadratmetern Hallenfläche, um Ketten- und Radfahrzeuge für die spanischen Streitkräfte zu montieren. Das Werk soll bis zu 120 direkte Arbeitsplätze schaffen.
Bereits am Dienstag besiegelt das Unternehmen zudem die langfristige Anmietung eines Industriekomplexes im asturischen Barros. Für die Modernisierung der dortigen Hallen plant Indra eine Anfangsinvestition von mindestens sieben Millionen Euro über eine Laufzeit von 25 Jahren.
CEO Recasens forderte am Montag auf einer Branchenveranstaltung zudem stärkere grenzüberschreitende Allianzen, um spanischen Systemhäusern im europäischen Wettbewerb mehr Gewicht gegenüber Konkurrenten aus Frankreich und Deutschland zu sichern.
Rüstungsgroßauftrag vor dem Abschluss
Auf der Auftragsseite hofft die Konzernführung auf den baldigen Durchbruch bei einem zentralen Beschaffungsprogramm. Recasens rechnet damit, den Vertrag über das gepanzerte Kettenfahrzeug VAC (Vehículo de Apoyo de Cadenas) über 1,97 Milliarden Euro noch vor dem Jahresende unter Dach und Fach zu bringen. Das Programm umfasst 394 Einheiten für das spanische Heer.
Indra führt das dafür zuständige Konsortium Tess Defence mit einem Anteil von 51,01 Prozent an. Zwar wurde der Auftrag von der spanischen Regierung bereits im Februar formell vergeben, Verhandlungen über die Konditionen hatten das Vorhaben seither jedoch verzögert. Parallel dazu läuft die Fertigung des Radpanzers Dragón 8x8, von dem bislang 100 Einheiten an die Armee übergeben wurden.
Quartalsbericht steht bevor
Am Donnerstag legt das Unternehmen die Zwischenbilanz für die ersten neun Monate des laufenden Jahres vor. Die Messlatte liegt hoch: Zum Halbjahr war der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 51 Prozent auf 316 Millionen Euro geklettert, getragen von einer Verdopplung des Umsatzes im Verteidigungssegment. Der Auftragsbestand erreichte per Ende Juni mit 20,53 Milliarden Euro einen Rekordwert.
Für das Gesamtjahr peilt das Management unverändert Erlöse von mehr als sieben Milliarden Euro sowie ein operatives Ergebnis über der Marke von 700 Millionen Euro an. Ende November folgt dann die Präsentation des neuen strategischen Mehrjahresplans auf einem Kapitalmarkttag. Die Aktie liegt mit ihrem jüngsten Anstieg nur noch rund 5,9 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
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