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Immunocore Holdings Aktie: Zahlen verfehlen Erwartungen

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 20:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kimmtrak verfehlt im dritten Quartal die Umsatzprognose, während frühe Kombinationsdaten und der Studienfortschritt positive Signale liefern.
Abstrakte Darstellung eines modernen biotechnologischen Forschungslabors mit medizinischen Laborgeräten. Illustration mit AI erstellt.

Gute Studiendaten, schwache Quartalszahlen: Immunocore liefert am Berichtstag zwei Botschaften, die kaum weiter auseinanderliegen könnten. Die Pipeline macht Fortschritte, das Zahlenwerk enttäuscht.

Quartal unter den Erwartungen

Der Umsatz mit dem Krebsmedikament Kimmtrak lag im dritten Quartal bei 102,2 Millionen Dollar. Analysten hatten mit gut 113 Millionen gerechnet. Der Verlust je Aktie betrug 0,28 Dollar, erwartet worden waren 0,12 Dollar. Im Vorjahresquartal waren es noch 103,7 Millionen Dollar Umsatz.

Das Unternehmen erklärt den leichten Rückgang mit zwei US-Effekten: Großhändler hatten sich bereits im zweiten Quartal 2026 eingedeckt, zudem enthielt das Vorjahresquartal eine zusätzliche Verkaufswoche. Bereinigt um beides wuchs der Umsatz nach Firmenangaben um rund 10 Prozent. Über die ersten neun Monate stiegen die Erlöse um ebenfalls 10 Prozent auf 324,8 Millionen Dollar.

Der Nettoverlust belief sich auf 14,2 Millionen Dollar, nach nahezu ausgeglichenem Ergebnis ein Jahr zuvor. Die Forschungskosten legten wegen der drei laufenden Phase-3-Studien zu. Die Kasse bleibt mit 901 Millionen Dollar prall gefüllt. Im vierten Quartal stehen allerdings Rabattzahlungen von etwa 120 Millionen Dollar an.

Die Aktie schloss zuletzt bei 28,40 Dollar und hat in drei Monaten gut 16 Prozent verloren. In den vergangenen 90 Tagen standen einer positiven acht negative Gewinnrevisionen gegenüber.

Kombitherapie liefert starke Signale

Parallel präsentierte Immunocore auf dem SITC-Kongress Daten zur Kombination aus Kimmtrak und dem Kandidaten Brenetafusp bei metastasiertem Aderhautmelanom. Bei 17 Patienten in der Erstlinie lag die geschätzte Zwei-Jahres-Überlebensrate bei 70 Prozent. Das mediane Gesamtüberleben war nach 29 Monaten Nachbeobachtung noch nicht erreicht.

Die Ansprechrate betrug 29 Prozent, die Krankheitskontrollrate 71 Prozent. Schwere Zytokinfreisetzungssyndrome (Grad 3 oder 4) traten in der Kombination nicht auf, kein Patient brach wegen Nebenwirkungen ab. Die Fallzahl ist klein, die Daten stammen aus einer frühen Studie.

Auf dieser Basis plant das Unternehmen die randomisierte Phase-2/3-Studie DUET-UVEAL. Die Daten sollen am Samstag, 7. November, zudem in einer Vortragssession vorgestellt werden.

Was als Nächstes ansteht

Die Phase-3-Studie TEBE-AM bei vorbehandeltem Hautmelanom hat ihre Zielzahl von 540 Patienten erreicht. Erste Überlebensdaten erwartet Immunocore im zweiten Quartal 2027. Noch in diesem Jahr sollen Daten zu Eierstock- und Lungenkrebs folgen. Hinzu kommt der Antrag für das zweite Autoimmunprogramm, den das Unternehmen bis Jahresende einreichen will.

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