Im Cannabis Aktie: Drohnen-Deal und Nasdaq-Erfolg an einem Tag
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 22:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei IM Cannabis überschlagen sich die Ereignisse. Das israelisch-kanadische Unternehmen meldete innerhalb weniger Stunden gleich drei Nachrichten – eine Kapitalerhöhung, die Rückkehr zur Nasdaq-Konformität und einen überraschenden Vorstoß in den Verteidigungssektor. Für ein Medizinalcannabis-Unternehmen ist das eine ungewöhnliche Kombination.
Nasdaq-Deckelung abgewendet
Die gute Nachricht zuerst: IM Cannabis erfüllt wieder die Mindestkursanforderung der Nasdaq von einem Dollar je Aktie. Die Börse hatte das Verfahren eingeleitet, nachdem der Kurs zuvor darunter gefallen war. Zwischen dem 27. August und dem 22. September 2026 hielt die Aktie den Schwellenwert an 18 aufeinanderfolgenden Handelstagen – die Nasdaq hat den Fall damit geschlossen.
Parallel dazu sammelte das Unternehmen frisches Kapital ein: Über eine Direktplatzierung von 655.000 Aktien zu je zwei Dollar sollen brutto rund 1,31 Millionen Dollar in die Kasse fließen. Bemerkenswert ist die Begründung dafür.
Vorstand und unabhängige Direktoren stuften die finanzielle Lage des Unternehmens offiziell als ernsthaft angespannt ein und beriefen sich deshalb auf Ausnahmeregelungen, die sonst eine förmliche Bewertung und Zustimmung der Minderheitsaktionäre erfordert hätten. Ein Teil der Investoren könnte zudem nahestehende Personen des Unternehmens sein.
Vorstoß in taktische Drohnen
Die dritte Meldung überrascht am meisten: IM Cannabis hat eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, um 51 Prozent an Space Defense Innovations zu übernehmen, einem polnischen Vertreiber für taktische Drohnensysteme des israelischen Herstellers BlueBird Aero Systems. Die Produkte reichen von Aufklärungsdrohnen bis zu Loitering-Munition.
Die geplante Struktur ist komplex: Bezahlt werden soll in IMCC-Aktien beziehungsweise Warrants, ergänzt um ein zweijähriges Verkäuferdarlehen mit 9 Prozent Zinsen. Hinzu kommt eine Kreditlinie von bis zu 2,3 Millionen Euro für die Zielgesellschaft. Definitive Verträge sollen binnen 60 Tagen folgen, verbindlich ist bislang nichts.
Der Schritt passt zur strategischen Neuausrichtung, die das Unternehmen bereits im August angekündigt hatte: Während die deutschen Aktivitäten über die Tochter Adjupharm verkauft werden sollen, will IM Cannabis sein israelisches Cannabis-Geschäft behalten und zugleich in technologienahe Felder jenseits der Kernbranche expandieren.
Ob der Rüstungsdeal am Ende zustande kommt, hängt von Sorgfaltsprüfung, Genehmigungen und der Bewertung ab, die mit mindestens fünf Millionen Dollar angesetzt werden soll.
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