Icelandair, Aktie

Icelandair hf Aktie: Übernahme von Fly Play abgeschlossen

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 05:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die 49-Prozent-Beteiligung verschafft Icelandair Zugang zum maltesischen Betreiberzertifikat; wesentliche Auswirkungen auf die Jahresbilanz erwartet der Konzern nicht.
Ein Verkehrsflugzeug fliegt bei Sonnenaufgang über einer Wolkendecke, symbolisch für die Konsolidierung der Luftfahrt. Illustration mit AI erstellt.

Icelandair hat die Übernahme von 49 Prozent an der Holdinggesellschaft Fly Play Europe Holdco abgeschlossen. Nach Erfüllung sämtlicher Vollzugsbedingungen trat die Vereinbarung gestern in Kraft. Für den Erwerb der Minderheitsbeteiligung zahlt die isländische Fluggesellschaft einen Betrag von rund 686.000 US-Dollar.

Zugang zu europäischem Betreiberzertifikat

Im Zentrum der Transaktion steht die operative Tochtergesellschaft Fly Play Europe Limited mit Sitz auf Malta. Sie besitzt ein maltesisches Luftverkehrsbetreiberzeugnis (Air Operator Certificate, AOC), dessen Weiternutzung nach Angaben des Unternehmens von den maltesischen Behörden genehmigt wurde.

Verkäufer des 49-Prozent-Pakets ist ein von Ísafold Capital Partners verwalteter Fonds. Die Gläubiger halten weiterhin die restlichen 51 Prozent der Anteile. Icelandair hat sich im Zuge der Vereinbarung Optionen gesichert, um die Beteiligung zu einem späteren Zeitpunkt zu erhöhen.

Für den isländischen Konzern bringt der Zukauf eine breitere regulatorische Basis mit sich. Während die regulären Linienflüge weiterhin unter dem isländischen AOC geführt werden sollen, eröffnet die maltesische Zulassung Zugang zu weiter reichenden Luftverkehrsabkommen sowie internationalen Doppelbesteuerungsabkommen. Dies erlaubt eine flexiblere Aufteilung der Flotte zwischen Island und Malta.

Vor dem Hintergrund der Insolvenz des einstigen Wettbewerbers Play im September 2025 war das maltesische Zertifikat bereits für Leasing- und Charterprojekte im Ausland genutzt worden, unter anderem für den Einsatz von drei Maschinen bei einer osteuropäischen Fluggesellschaft.

Operative Spielräume beim Flottenumbau

CEO Bogi Nils Bogason stellte im Zuge der Transaktion operative Vorteile heraus. Das zusätzliche Zertifikat soll neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen und etwa die Weiterverwendung älterer Flugzeuge der Muster Boeing 757 und Boeing 767 ermöglichen, während Icelandair parallel neue Airbus-Flugzeuge einflottet. Konkrete neue Strecken oder zusätzliche Flugzeuge wurden mit dem Vollzug des Kaufs jedoch nicht angekündigt.

Auf die laufende Rechnungslegung hat die Transaktion vorerst geringe Auswirkungen. Icelandair erwartet, dass die Übernahme das Finanzergebnis und die Bilanz für das Gesamtjahr 2026 nicht wesentlich beeinflussen wird. Dem gestrigen Abschluss war eine Vereinbarung vom 20. August vorausgegangen, nachdem Icelandair bereits am 1. April eine vorläufige Absichtserklärung unterzeichnet hatte.

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