IBM Aktie: Zwei Milliarden für Quantenchips
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 18:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Milliarde US-Dollar vom Staat, eine weitere aus dem eigenen Konzern — IBM baut seine Quantensparte mit staatlicher Rückendeckung aus. Die Tochter Anderon hat die Fördervereinbarung mit dem US-Handelsministerium nun offiziell finalisiert. Damit wird eine bereits im Mai angekündigte Absichtserklärung verbindlich.
Das Geld stammt aus dem CHIPS and Science Act und fließt in die Fertigung von Quantenwafern in Albany, New York. IBM selbst investiert parallel eine weitere Milliarde US-Dollar in das Gemeinschaftsunternehmen. Damit stehen für den Ausbau der Produktionskapazitäten insgesamt zwei Milliarden US-Dollar bereit.
Pure-Play-Fertigung ohne Plattformbindung
Anderon betreibt in Albany eine Fertigungsanlage für 300-Millimeter-Wafer, die nicht an eine bestimmte Quantencomputing-Plattform gebunden ist. Kunden aus der gesamten Branche können dort Quantenwafer beziehen.
Der Fokus liegt zunächst auf Wafern für supraleitende Qubit-Arrays sowie auf Komponenten für Ein- und Ausgabe von Quantensignalen. Nach Unternehmensangaben laufen bereits erste Wafer durch die Produktion, weitere Quantentechnologien sollen künftig folgen.
Für IBM ist die Fertigungsbasis strategisch relevant. Der Konzern begründet den Schritt damit, dass seine Quanten-Roadmap eine Skalierung erfordere, die mit dem Tempo der eigenen Forschung mithalten kann. Die Konzentration auf die Waferfertigung soll die Entwicklung der nächsten Quantencomputer-Generation beschleunigen.
Die US-Regierung verfolgt mit der Förderung ein eigenes Ziel: heimische Lieferketten für eine Technologie zu stärken, die künftig bei neuen Materialien, Optimierungsproblemen und Cybersicherheit zum Einsatz kommen könnte. Skalierbare Fertigung gilt in der Branche als Voraussetzung für den kommerziellen Durchbruch von Quantencomputern.
Die IBM-Aktie reagierte auf die Nachricht zunächst mit Kursverlusten. Die Investitionssumme ist für einen Konzern dieser Größenordnung überschaubar, signalisiert aber, dass IBM die Quantensparte langfristig als eigenständiges Wachstumsfeld positioniert — mit staatlichem Rückenwind aus Washington.
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