IBM, Aktie

IBM Aktie: Mainframe-Geschäft bricht ein, Quantum-Wette läuft

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 08:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

IBMs Kursrutsch spiegelt den Konflikt zwischen schwächelnden Mainframes und kostspieligen Quanten-Investitionen wider. Analysten bleiben dennoch optimistisch.

IBM-Aktie im Sommer 2026: Schrumpfendes Kerngeschäft trifft auf Quanten-Zukunft
Futuristisches Rechenzentrum mit blauen Lichteffekten als Symbol für Quantencomputing und technologischen Wandel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

IBM ist gerade zwei Unternehmen gleichzeitig. Das eine schrumpft schneller, als der Markt es verkraften kann. Das andere verspricht die nächste Ära des Rechnens – nur eben noch ohne nennenswerten Umsatz.

Diese Spaltung hat die Aktie im Sommer 2026 in die schwerste Krise ihrer jüngeren Geschichte gestürzt. Am 14. Juli brach der Kurs an einem einzigen Tag um 25 Prozent ein. Manche Marktbeobachter nannten es den schlechtesten Handelstag der Firmengeschichte.

Der Mainframe bricht weg

Auslöser war ein enttäuschendes Quartal. Die Umsätze blieben unter den Erwartungen der Analysten. Das allein wäre verkraftbar gewesen.

Entscheidend war die Zusammensetzung des Rückgangs. Die Software-Sparte wuchs, getragen von Red Hat. Das Infrastruktur-Geschäft brach dagegen ein, allen voran das traditionsreiche Mainframe-Geschäft IBM Z. CEO Arvind Krishna nannte den Grund offen: Kunden verschieben ihr Kapital in Richtung KI-Chips und KI-Server. Die klassischen Mainframe-Zyklen bleiben dabei auf der Strecke. IBM musste daraufhin seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach unten korrigieren.

Das ist die eine Seite der Geschichte: ein Kerngeschäft, das an Boden verliert, weil die Kunden woanders investieren.

Quantencomputer als Gegenentwurf

Die andere Seite spielt sich auf einem völlig anderen Feld ab. Am 30. Juli meldete IBM zusammen mit Algorithmiq einen Fortschritt beim sogenannten „Quantum Advantage". Mit dem Quantenprozessor Heron simulierten die Teams heterogene Quantenmaterialien – eine Aufgabe, an der klassische Supercomputer bislang scheitern.

Neun Tage zuvor, am 23. Juli, hatte IBM bereits einen anderen Schritt verkündet: die Übernahme von HRL Laboratories. Das Labor gilt als Pionier bei Quantum-Dot-Technologie und gehörte zuvor Boeing und General Motors. Der Deal soll bis Ende des dritten Quartals 2026 abgeschlossen sein.

Das Management rechnet damit, dass Quantencomputing erst gegen Ende des Jahrzehnts spürbar zum Gewinn beiträgt. Bis dahin bleibt es ein Langfrist-Investment. IBM steckt über Jahre hinweg erhebliches Kapital in diese Zukunftswette, ohne kurzfristige Erträge zu erwarten.

Der Kurs spiegelt die Zerrissenheit

Die Aktie schloss am Donnerstag bei 192,24 Euro, ein Minus von 2,89 Prozent an einem Tag. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von 26,03 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 292,85 Euro, erreicht Anfang Juni, trennen die Aktie inzwischen 34,36 Prozent.

Ein Silberstreif immerhin: Der Kurs liegt knapp zehn Prozent über seinem Jahrestief vom 23. Juli. Der RSI von 39,4 zeigt eine Aktie, die sich der überverkauften Zone nähert, sie aber noch nicht erreicht hat. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von fast 86 Prozent macht deutlich, wie nervös der Markt den Umbau des Konzerns aktuell begleitet.

Trotz allem bleibt das Analysten-Kursziel mit 212,87 Euro optimistisch – ein Aufschlag von gut zehn Prozent zum aktuellen Niveau. Die Dividende dient Aktionären derzeit als Puffer gegen den Kursverfall, die Substanz der Bilanz bleibt angesichts der Schuldenlast im Umbau aber ein Diskussionspunkt.

Bleibt die Kernfrage dieses Sommers: Kann das Quantum-Versprechen schnell genug Substanz gewinnen, um die zweistelligen Rückgänge im klassischen Hardware-Geschäft aufzufangen? Bis das Mainframe-Geschäft sich stabilisiert oder Quantencomputing erste Umsätze liefert, dürfte die Aktie zwischen diesen beiden Erzählungen hin- und hergerissen bleiben.

Anzeige

IBM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IBM-Analyse vom 31. Juli liefert die Antwort:

Die neusten IBM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für IBM-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

IBM: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | US4592001014 | IBM | boerse | 69903546 |