IBM Aktie: Digital Asset Haven bekommt Swift-Anschluss
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
IBM baut sein Geschäft mit digitalen Vermögenswerten für Banken weiter aus. Der Konzern hat zwei Beta-Funktionen für seine Plattform Digital Asset Haven vorgestellt, die sich an Finanzinstitute, Behörden und andere regulierte Organisationen richtet.
Anbindung an Swifts Blockchain-Ledger
Kunden von Digital Asset Haven können sich künftig mit Swifts blockchainbasiertem Shared Ledger verbinden. Swift verknüpft weltweit 12.500 Finanzinstitute in mehr als 200 Märkten — ein Netzwerk, das kaum ein anderer Zahlungsverkehrsdienstleister erreicht.
Über einen ISO-20022-Messaging-Adapter, der zunächst als Beta läuft, können Institute tokenisierte Einlagen mit gewohnten Zahlungsnachrichtenformaten abwickeln, statt sich auf blockchain-spezifische Workflows umzustellen.
Der Swift-Ledger war auf der Branchenkonferenz Sibos 2025 angekündigt worden und ging nach nur neun Monaten Entwicklungszeit in Betrieb. Aktuell testen 17 Institute darauf tokenisierte Einlagen-Transaktionen, mehrere davon bereits gemeinsam mit IBM Digital Asset Haven.
On-Premises-Option für mehr Kontrolle
Parallel zur Swift-Integration öffnet IBM seine Plattform für eine On-Premises-Bereitstellung. Banken können Digital Asset Haven damit vollständig im eigenen Rechenzentrum betreiben, auf Basis der IBM-Systeme Z und LinuxONE, ohne Abhängigkeit von der Public Cloud. Für Institute mit strengen regulatorischen Vorgaben zur Datenhoheit dürfte das ein entscheidendes Argument sein.
Die Sicherheitsarchitektur stützt sich auf hardwarebasierte Schlüsselverwaltung mit IBM-Crypto-Express-HSMs. Nach internen Messungen soll die Konfiguration eine Verfügbarkeit von 99,999999 Prozent erreichen.
Architektur, Schnittstellen und Arbeitsabläufe bleiben dabei identisch zur bestehenden SaaS- und Hybrid-Variante, die seit Oktober 2025 verfügbar ist — Institute können also zwischen den Bereitstellungsmodellen wechseln, ohne Anwendungen neu zu programmieren.
Hinter dem Vorstoß steht ein klarer Branchentrend: Laut einer Erhebung von J.P. Morgan Payments modernisieren 93 Prozent der Finanzinstitute derzeit ihre Zahlungsinfrastruktur. IBM positioniert sich mit der Kombination aus Swift-Anbindung und On-Premises-Kontrolle gezielt als Infrastrukturanbieter für genau diesen Umbau.
Institute mit Interesse an der On-Premises-Beta können sich bereits auf eine Warteliste setzen lassen. Ob daraus zeitnah zahlende Großkunden werden, dürfte sich erst in den kommenden Quartalsberichten zum Infrastruktursegment zeigen.
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