Iberdrola Aktie: Gewinnprognose zum zweiten Mal angehoben
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 08:58 Uhr | Redaktion boerse-global.deIberdrola hebt heute zum zweiten Mal in diesem Jahr die Gewinnprognose an. Für 2026 erwartet der Konzern beim bereinigten Nettogewinn nun mindestens 10% Wachstum statt zuvor mehr als 8%. Den optimistischeren Ausblick tragen vor allem die Investitionen in Stromnetze.
Reuters zufolge stützen insbesondere die Aktivitäten in Großbritannien und den USA die verbesserte Prognose. Damit setzt Iberdrola auf einen Wachstumstreiber, der sich bereits in den heute veröffentlichten Neunmonatszahlen bemerkbar macht.
Die Aktie legt vorbörslich um 2,8% auf 21,66 € zu. Die positive Kursreaktion begleitet damit nicht nur einen höheren Gewinnausblick, sondern auch den Vorschlag einer steigenden Ausschüttung.
Gewinnwachstum mit unterschiedlicher Ergebnisdynamik
In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres erreichte der ausgewiesene Nettogewinn 5,8 Mrd. Euro und lag damit 10% über dem Vorjahreswert. Neben dem laufenden Geschäft beeinflussten Veräußerungsgewinne aus dem Mexiko-Verkauf das Ergebnis.
Auch ohne diese Gewinne legte Iberdrola zu. Die bereinigte Entwicklung zeigt damit, dass der Ergebnisanstieg nicht allein auf dem Verkauf beruht. Für die Beurteilung der angehobenen Jahresprognose ist diese Unterscheidung wesentlich.
Der bereinigte Nettogewinn stieg um 9% auf 5,1 Mrd. Euro. Währungsbereinigt betrug das Wachstum 13%.
Beim operativen Ergebnis lohnt ebenfalls die Trennung zwischen ausgewiesener und bereinigter Entwicklung. Während das ausgewiesene EBITDA leicht zurückging, verzeichnete Iberdrola auf bereinigter Basis einen Zuwachs. Der Gewinnanstieg bedeutet somit nicht, dass sämtliche Ergebnisgrößen gleichermaßen zulegten.
Das ausgewiesene EBITDA sank um 0,7% auf 11.890,6 Mio. Euro. Bereinigt stieg es dagegen um 7,5%.
Netzausbau trägt den höheren Ausblick
Die Netze sind der zentrale operative Hebel der verbesserten Prognose. Iberdrola erhöht dort seine Investitionen deutlich und baut zugleich die regulierte Vermögensbasis aus. Der Ausbau verbindet damit die heutige Ergebnisentwicklung mit den längerfristigen Wachstumsplänen.
Insgesamt investierte der Konzern im Neunmonatszeitraum 10,1 Mrd. Euro. Davon entfielen 6,3 Mrd. Euro auf die Netze, ein Zuwachs von 28%.
Das stärkere Engagement schlägt sich bereits im operativen Geschäft nieder. Die Netzaktivitäten liefern damit nicht nur eine Begründung für künftige Erwartungen, sondern einen messbaren Beitrag zum aktuellen Ergebnis.
Das bereinigte Netz-EBITDA erhöhte sich um 14,9% auf 6.430,2 Mio. Euro. Die regulierte Vermögensbasis erreichte 56 Mrd. Euro.
Höhere Ausschüttung und langfristige Ziele
Vom Gewinnwachstum sollen auch die Aktionäre unmittelbar profitieren. Iberdrola hat eine höhere Zwischendividende vorgeschlagen. Sie ist damit noch keine abgeschlossene Ausschüttung, sondern Teil der heute vorgestellten Pläne.
Vorgesehen sind 0,275 Euro je Aktie, ein Plus von 8,7%. Zugleich erwartet der Konzern für die kommenden fünf Jahre durchschnittlich 10% jährliches Wachstum des bereinigten Nettogewinns.
Die längerfristige Perspektive reicht somit über die angehobene Jahresprognose hinaus. Entscheidend wird sein, ob der weitere Ausbau der Netze die angestrebte Ergebnisentwicklung trägt. Die Neunmonatszahlen liefern dafür operative Unterstützung, ersetzen aber nicht die Umsetzung der Investitionspläne.
Bis 2030 soll die regulierte Netzvermögensbasis weltweit auf mehr als 90 Mrd. Euro steigen. Weitere Einblicke in die Strategie will Iberdrola beim angekündigten Kapitalmarkttag im März 2027 geben. Für Anleger stehen damit die Umsetzung des Netzausbaus und die Bestätigung des höheren Gewinnpfads im Mittelpunkt.
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