Iberdrola Aktie: Alantra bestätigt Kaufempfehlung
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 17:38 Uhr | Redaktion boerse-global.deIberdrolas Wachstumsaussichten veranlassen Analysten zu höheren Bewertungen – einhellig ist das Urteil über die Aktie allerdings nicht. Heute bestätigte Alantra seine Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel geringfügig von 21,57 auf 21,60 Euro. Nach den Neunmonatszahlen haben mehrere Analysehäuser ihre Bewertungen angehoben. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der Stromnetze und die Aussicht auf weiter steigende Gewinne.
Kursziele zeigen unterschiedliche Erwartungen
Goldman Sachs setzt das Kursziel bei 25 Euro an. Die Aktie notiert heute bei 22,67 € und damit oberhalb des neuen Alantra-Ziels. Das verdeutlicht die unterschiedliche Einschätzung: Während Goldman Sachs weiteres Potenzial sieht, liegt Alantras Ziel trotz Kaufempfehlung unter dem aktuellen Kurs.
Die Anhebungen sollten deshalb nicht mit einem einheitlichen Kaufsignal verwechselt werden. Entscheidend ist, welche Erwartungen an das künftige Geschäft bereits im Aktienkurs stecken. Höhere Gewinnprognosen und eine attraktiv bewertete Aktie sind nicht automatisch dasselbe.
Auch der breitere Analystenvergleich fällt zurückhaltender aus als die optimistischsten Einzelstimmen. Im Oktober empfahlen zehn Analysten das Halten und sechs den Kauf. Das durchschnittliche Kursziel lag bei 21,43 Euro.
Dieser Monatsvergleich bildet allerdings nicht sämtliche jüngsten Anpassungen ab. Er zeigt vor allem, dass die positiven Einschätzungen zum Unternehmen bislang nicht zu einer durchgehend offensiven Haltung gegenüber der Aktie geführt haben.
Netzausbau trägt den Wachstumskurs
Operativ liefert Iberdrola Argumente für die höheren Bewertungen. In den ersten neun Monaten 2026 erreichte der Nettogewinn 5.816,1 Millionen Euro, ein Plus von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz belief sich auf 34.405 Millionen Euro.
Als Treiber nannte das Unternehmen regulierte Geschäfte, erneuerbare Energien und Kosteneffizienz. Für Anleger ist dabei die Unterscheidung zwischen ausgewiesenem und bereinigtem Gewinn wichtig: Beide Größen entwickelten sich positiv, allerdings unterschiedlich stark.
Der bereinigte Nettogewinn stieg im selben Zeitraum um 8,8 Prozent auf 5.140,5 Millionen Euro. Ohne Währungseffekte hätte das Wachstum 12,7 Prozent betragen.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Netzgeschäft. Es bildet zugleich einen Schwerpunkt der Investitionen und verbindet damit das jüngste Ergebniswachstum mit der längerfristigen Unternehmensplanung.
Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im Netzgeschäft erhöhte sich um 14,9 Prozent auf 6.430,2 Millionen Euro. Die gesamten Investitionen erreichten 10.087 Millionen Euro.
Galán skizziert weitere Expansion
Zusätzliche Perspektiven umriss Ignacio Sánchez Galán gestern. Laut El Mundo erklärte der Iberdrola-Präsident, das Unternehmen stehe vor den größten Wachstumsperspektiven seiner Geschichte. Seine Aussagen beschreiben allerdings mögliche Entwicklungen, keine bereits erreichten Ergebnisse.
Iberdrola könnte demnach innerhalb von fünf Jahren 80.000 Millionen Euro investieren. Das könnte den Nettogewinn auf 10.000 Millionen Euro erhöhen.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Iberdrola einen Rekord beim bereinigten Nettogewinn und mindestens zehn Prozent Wachstum. Die höheren Analystenbewertungen erhalten damit operative Unterstützung. Für Anleger bleibt die zentrale Abwägung jedoch bestehen: Der Ausbau schafft Wachstumsmöglichkeiten, während Großhandelspreise, Regulierung und die Umsetzung der Projektpipeline Risiken für den weiteren Geschäftsverlauf darstellen.
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