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IAG: Brent nähert sich 100-Dollar-Marke

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 02:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

IAG kauft fast 4,8 Millionen eigene Aktien zurück, während steigende Ölpreise und Treibstoffengpässe die Margen der Airlines belasten könnten.

Fotorealistisches Flugzeug am Gate bei Sonnenuntergang, Symbolbild Luftfahrt
International Consolidated Airlines Group S.A. (ES0177542018): fotorealistisches Flugzeug am Gate im goldenen Abendlicht dargestellt Illustration mit AI erstellt.

Die International Consolidated Airlines Group (IAG) treibt ihre Kapitalrückführung an die Aktionäre konsequent voran. Durch den jüngsten Erwerb von Millionen eigener Anteile stärkt der Mutterkonzern von British Airways und Iberia seine Treasury-Bestände.

Zeitgleich sieht sich der Luftfahrtsektor jedoch mit massiv steigenden Treibstoffkosten konfrontiert, da die Rohölpreise nach geopolitischen Spannungen die Marke von 100 US-Dollar ins Visier nehmen.

Rückkaufprogramm erreicht neuen Meilenstein

Im Zeitraum zwischen dem 1. September und dem 4. September hat die IAG insgesamt 4.789.835 eigene Aktien über die Handelsplätze in London und Madrid zurückgekauft. Diese Transaktionen sind Teil eines großangelegten Rückkaufprogramms mit einem Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro. Die Kaufpreise für die Papiere bewegten sich in einer Spanne zwischen 4,88 Euro und 5,03 Euro beziehungsweise 4,18 Pfund und 4,33 Pfund.

Durch die jüngsten Zukäufe ist der Bestand an eigenen Aktien im Treasury-Konto des Konzerns auf insgesamt 241.649.536 Anteile angewachsen. Das ausgegebene Kapital ohne Berücksichtigung dieser Bestände beläuft sich damit auf rund 4,37 Milliarden Aktien.

Solche Programme werden von Anlegern häufig als Signal für das Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung gewertet, da die Verringerung der im Umlauf befindlichen Aktien den Gewinn pro Anteil verwässern kann.

Rohölpreise belasten die Branchenstimmung

Während die unternehmensspezifischen Nachrichten vom Aktienrückkauf dominiert werden, sorgt das makroökonomische Umfeld für Verunsicherung im Sektor. Die Rohölpreise der Sorte Brent näherten sich gestern mit 99 US-Dollar pro Barrel der psychologisch wichtigen 100-Dollar-Marke.

Auslöser für diesen Preissprung waren Angriffe auf die Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien. Laut Berichten von Goldman Sachs könnte der Brent-Preis sogar über 120 US-Dollar steigen, sollten die Transitflüsse durch die Straße von Hormus beeinträchtigt bleiben.

Parallel dazu markierten die Preise für Diesel an den US-Tankstellen am Montag mit 5,90 US-Dollar pro Gallone ein Rekordhoch. Branchenexperten wie der CEO des Handelshauses Vitol, Russell Hardy, warnen vor einer anhaltenden Knappheit bei Erdölprodukten.

Da Kerosinkosten einen der größten Ausgabeposten für Fluggesellschaften darstellen, reagiert der Markt empfindlich auf diese Entwicklungen. Laut Reuters wird erwartet, dass die Treibstoffknappheit über die aktuellen Konflikte hinaus anhalten könnte, was die Margen der Airlines im kommenden Winter unter Druck setzen dürfte.

Technische Hürden und Kursziele

An der Börse schloss das Papier gestern bei 4,92 Euro. Damit notiert die Aktie derzeit 3,0 % über ihrem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, der bei 4,78 Euro verläuft. Dieser Wert gilt unter Analysten als wichtiger Indikator für den langfristigen Trend. Trotz der laufenden Aktienrückkäufe muss der Titel charttechnisch noch Überzeugungsarbeit leisten, um den Aufwärtstrend zu festigen.

Um wieder das 52-Wochen-Hoch von 5,71 Euro aus dem Juni angreifen zu können, ist laut Marktbeobachtern das Überwinden eines Widerstands bei 5,3220 Euro erforderlich. Auf der Unterseite fungiert die Marke von 4,60 Euro als eine wichtige Unterstützung, die im Falle einer Korrektur den Kurs stabilisieren sollte.

Die Analysten bleiben hinsichtlich der weiteren Entwicklung geteilt, wobei Kursziele in einem Bereich bis zu 8,32 Euro genannt werden, sofern die operative Profitabilität den steigenden Kostenfaktoren trotzen kann.

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