I-Tech, Aktie

I-Tech Aktie: Wachstum trifft Brüssel

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 20:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
I-Tech steigerte im dritten Quartal Umsatz und Ergebnis; die EU-Mitgliedstaaten beraten noch über die Verlängerung der Wirkstoffzulassung.
Modernes Labor für maritime Biotechnologie mit professioneller technischer Ausrüstung in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Starke Zahlen, schwacher Kurs: I-Tech hat im dritten Quartal den Umsatz kräftig gesteigert, die Anleger interessierten sich aber vor allem für ein anderes Thema. Die EU stimmt gerade über die Zukunft des Wirkstoffs Selektope ab.

Solide Zahlen, aber Rückgang zum Rekordquartal

Der schwedische Anbieter von Antifouling-Technologie für die Schifffahrt steigerte den Nettoumsatz um 19 Prozent auf 48,8 Millionen schwedische Kronen. Währungsbereinigt lag das Plus bei 18 Prozent. Die Bruttomarge blieb bei rund 60 Prozent, nach 57 Prozent im Vorjahresquartal.

Das EBITDA stieg um 16 Prozent auf 15,1 Millionen Kronen, das Betriebsergebnis um 20 Prozent auf 13,3 Millionen. Der operative Cashflow sank dagegen deutlich. Das Management führt das auf Verschiebungen bei den Forderungen nach einem schwachen zweiten Quartal 2025 zurück. Die liquiden Mittel liegen bei 177 Millionen Kronen.

Gegenüber dem Rekordquartal im Frühjahr fiel der Umsatz allerdings niedriger aus. CEO Markus Jönsson nennt vor allem den Zeitpunkt großer Kundenaufträge als Ursache. Wenige Abnehmer bestellen große Mengen, schon eine Verschiebung über den Quartalsstichtag wirkt spürbar. Die Aktie fiel vorbörslich um gut 10 Prozent.

Die Abstimmung in Brüssel

Der wichtigste Belastungsfaktor ist die Wiederzulassung in der EU. Die Kommission schlägt vor, die Genehmigung für Medetomidin, den Wirkstoff von Selektope, nicht zu verlängern. Die Mitgliedstaaten stimmen im schriftlichen Verfahren noch bis zum 21. Oktober ab. Die aktuelle Zulassung läuft Ende 2026 aus.

Eine Entscheidung wird laut Unternehmen meist binnen ein bis zwei Wochen verkündet, eine feste Frist gibt es nicht. Rechtswirksam wird sie erst nach der Unterschrift von Kommissionspräsidentin von der Leyen.

Vier ablehnende Mitgliedstaaten würden eine Sperrminorität bilden. Das Management räumt jedoch ein, dass die Staaten meist dem Kommissionsvorschlag folgen. I-Tech hat nach eigener Aussage bereits Vorbereitungen für eine rechtliche Anfechtung getroffen.

Das Unternehmen relativiert die Folgen. Nur rund 5 Prozent des adressierbaren Marktes wären betroffen, nämlich EU-Eigner mit ausschließlichem EU-Einsatz. Europa macht lediglich 3 Prozent des Umsatzes aus, Korea, Japan und China dominieren. Bei einem negativen Beschluss gäbe es zudem eine Übergangsfrist von 180 Tagen ab Inkrafttreten.

Diversifikation und Kapitalrückgabe

I-Tech hängt bislang an einem einzigen Produkt. Dagegen soll eine bioabgeleitete Additivtechnologie helfen, die in zwei bis drei Jahren Umsatz bringen könnte. Hinzu kommt eine exklusive weltweite Lizenz von Titanium Technology für elektrochemischen Bewuchsschutz in der Aquakultur. Die Lizenzgebühren sind erfolgsabhängig.

Aktienrückkäufe sind für Firmen am Nasdaq First North derzeit nicht erlaubt. Eine Regeländerung könnte noch dieses Jahr kommen, dann erwägt I-Tech Dividenden und Rückkäufe. Konkrete Prognosen gibt das Unternehmen nicht, es peilt weiter ein Wachstum von mehr als zehn Prozent und eine Bruttomarge um 60 Prozent an.

Mit dem Ende der Abstimmung am 21. Oktober rückt der nächste Kurstreiber näher. Fällt das Votum negativ aus, dürfte der Streit in die juristische Phase gehen.

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