Huntsman, Aktie

Huntsman Aktie: Gewinn schlägt, Kasse schwächelt

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 00:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz eines Gewinns über den Prognosen fällt die Aktie von Huntsman nachbörslich. Grund ist ein negativer freier Cashflow im zweiten Quartal.

Huntsman Aktie: Gewinn übertrifft Erwartungen, Cashflow enttäuscht
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage bei Dämmerung als Symbol für industrielle Produktion und Finanzen Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Gewinn über den Erwartungen, und trotzdem geht es mit der Aktie nachbörslich um 5,6 Prozent nach unten. Bei Huntsman zeigt sich gerade, wie wenig ein Ergebnis-Beat zählt, wenn der Cashflow nicht mitspielt.

Die Zahlen für das zweite Quartal lesen sich zunächst ordentlich. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 1,66 Milliarden Dollar, deutlich über der Analystenschätzung von 1,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,20 Dollar und übertraf die erwartete Marke von 0,06 Dollar klar. Das bereinigte EBITDA stieg auf 120 Millionen Dollar, nach 74 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

Warum die Aktie trotzdem fällt

Der Haken liegt im freien Cashflow. Der war im Quartal negativ mit 90 Millionen Dollar, nach einem positiven Wert von 55 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Grund war ein gestiegener Working-Capital-Bedarf. Zusätzlich verbrauchte der operative Geschäftsbetrieb aus fortgeführten Aktivitäten 60 Millionen Dollar an Kasse. Investoren scheinen genau diesen Punkt stärker zu gewichten als den Gewinnsprung — ein Muster, das bei zyklischen Chemiewerten immer wieder auftaucht, wenn die Nachfrage anzieht, aber die Vorräte parallel aufgebaut werden müssen.

Operativ lief es in allen drei Segmenten rund. Die Sparte Polyurethane, mit Abstand das größte Geschäftsfeld, wuchs um 16 Prozent auf 1,08 Milliarden Dollar, getragen von höheren Preisen und Volumina. Performance Products legte um 5 Prozent auf 283 Millionen Dollar zu, Advanced Materials sogar um 19 Prozent auf 313 Millionen Dollar. Unterm Strich blieb dennoch ein Nettoverlust von 6 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 158 Millionen Dollar im Vorjahresquartal — eine deutliche Verbesserung, aber eben noch keine schwarze Zahl.

Fusion mit Olin und die Dividende läuft weiter

Im Hintergrund steht die im Juni angekündigte Fusion mit Olin Corporation, ein All-Stock-Zusammenschluss auf Augenhöhe. Die Aktionärsabstimmung dazu ist für den 25. August 2026 angesetzt. Für das laufende Jahr rechnet Huntsman mit Investitionen von rund 170 Millionen Dollar.

Parallel zu den Quartalszahlen bestätigte der Vorstand die Dividendenpolitik: Für das dritte Quartal 2026 wurde eine Bardividende von 0,0875 Dollar je Aktie beschlossen, auszahlbar am 30. September 2026 an Aktionäre, die am 15. September 2026 im Register stehen.

Für die kommenden Wochen bleibt die Abstimmung über den Olin-Zusammenschluss der entscheidende Termin. Bis zum 25. August dürfte die Cashflow-Schwäche im Fokus bleiben — sie zeigt, dass operative Verbesserung allein noch keine Entwarnung bei der Kapitalausstattung bedeutet.

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