Hudbay, Minerals

Hudbay Minerals Aktie: Bau von Copper World beschlossen

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 16:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Minenbau ist beschlossen, doch Hudbay muss 2,07 Milliarden US-Dollar Anfangsinvestition und die Finanzierung bewältigen.
Moderne Kupfermine in einer Wüstenlandschaft während der goldenen Stunde. Illustration mit AI erstellt.

Hudbay Minerals und Mitsubishi haben gestern den Bau der Kupfermine Copper World in Arizona beschlossen. Die erste Produktion ist für das zweite Halbjahr 2029 geplant. Damit nimmt Hudbays Wachstumsprojekt eine entscheidende Hürde. Für Anleger stehen nun die gestiegenen Baukosten und die Finanzierung des Vorhabens im Mittelpunkt.

Die endgültige Investitionsentscheidung schafft eine konkrete Grundlage für den Bau. Sie ist allerdings noch kein Produktionsstart: Bis zu den ersten Kupfermengen muss das Gemeinschaftsprojekt die Bauphase bewältigen. Auch die langfristige Erweiterung bleibt an zusätzliche Genehmigungen gebunden.

Höhere Kosten, begrenzter Eigenbeitrag

Die Anfangsinvestition beträgt 2,07 Milliarden US-Dollar. Wie das Fachmedium The Northern Miner berichtet, liegt sie damit 59 Prozent über der Schätzung aus der Vor-Machbarkeitsstudie von 2023.

Ein Teil des Anstiegs geht auf Änderungen am Projektumfang zurück. Für die Bewertung ist deshalb nicht allein die Freigabe entscheidend. Ebenso wichtig ist, welchen Kapitalbedarf Hudbay selbst tragen muss und wann die entsprechenden Zahlungen anfallen.

Hudbay erwartet einen eigenen Beitrag von rund 500 Millionen US-Dollar. Das entspricht nach Unternehmensangaben weniger als 25 Prozent der Anfangsinvestition. Erste Zahlungen sind ab 2028 vorgesehen.

Die Beteiligungsquote lässt sich somit nicht unmittelbar mit dem noch erwarteten Finanzierungsbeitrag gleichsetzen. Zur Finanzierung gehören neben Eigenkapital auch eine geplante Projektverschuldung, eine Anzahlung aus einem Edelmetallabkommen und Ausrüstungsfinanzierungen.

Hudbay hält 70 Prozent an Copper World, Mitsubishi die übrigen 30 Prozent. Laut Reuters plant Mitsubishi einen zusätzlichen Eigenkapitalbeitrag von 423 Millionen US-Dollar.

Wirtschaftlichkeit hängt am Kupferpreis

Die Machbarkeitsstudie sieht im Basisfall eine Minenlaufzeit von 15 Jahren vor. In den ersten zehn Jahren soll Copper World durchschnittlich 102.000 Tonnen Kupfer jährlich produzieren.

Diese Mengen sind Planwerte, keine bereits erreichte Förderung. Sie bilden die Grundlage der Wirtschaftlichkeitsrechnung und verdeutlichen zugleich, weshalb Bauablauf und späterer Hochlauf für das Projekt wesentlich sind.

Hudbay kalkuliert für die anfängliche Förderphase mit durchschnittlichen Cash-Kosten von 1,65 US-Dollar je Pfund. Bei einem angenommenen Kupferpreis von 5 US-Dollar je Pfund ergibt sich im Basisfall eine interne Rendite nach Steuern von 17 Prozent.

Die Rendite ist damit ausdrücklich an eine Preisannahme gebunden. Sie stellt weder eine garantierte Verzinsung noch eine Prognose für den tatsächlichen Kupferpreis dar. Die höhere Investitionssumme muss sich durch die künftige Förderung erst verdienen.

Erweiterung bleibt genehmigungspflichtig

Ein Erweiterungsszenario sieht eine Laufzeit von 37 Jahren vor. Unter derselben Kupferpreisannahme nennt Hudbay dafür eine interne Rendite nach Steuern von 19 Prozent.

Dafür wären Arbeiten auf angrenzenden Bundesflächen nötig. Die entsprechenden Bundesgenehmigungen sind Voraussetzung für dieses Szenario. Anleger sollten die Erweiterung deshalb vom beschlossenen Basisprojekt trennen und nicht als bereits gesicherten Bestandteil behandeln.

An der Börse geht die Baufreigabe heute mit einem Kursrückgang von -7,9% einher. Daraus allein lässt sich allerdings keine eindeutige Ursache für den Verkaufsdruck ableiten.

Für Hudbay konkretisiert Copper World die Wachstumsperspektive, bringt aber zugleich einen erheblichen Investitionsbedarf mit sich. Entscheidend sind nun die Umsetzung innerhalb des Kostenrahmens, die Finanzierung und der geplante Produktionsbeginn. Die längere Minenlaufzeit bleibt eine zusätzliche, genehmigungsabhängige Option.

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