HP Aktie: Wi-Fi-Deal mit Huawei
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 19:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
HP hat sich mit dem chinesischen Technologiekonzern Huawei auf eine mehrjährige Kreuzlizenzvereinbarung für Wi-Fi-Patente verständigt — inklusive des aktuellen Wi-Fi-7-Standards. Finanzielle Details nannten beide Seiten nicht. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt: Huawei steht seit 2019 auf der US-Handelsblacklist, was Geschäfte mit amerikanischen Zulieferern einschränkt — Patentlizenzen sind davon jedoch ausgenommen.
Routinegeschäft nach Rechtsstreit
HP betont, es handle sich um eine "standard-essenzielle Patentlizenz", wie sie in der Branche üblich ist, und ausdrücklich nicht um den Beginn einer strategischen Partnerschaft mit dem chinesischen Konzern.
Vorausgegangen war ein Rechtsstreit: Huawei hatte HP im August 2025 vor dem Einheitlichen Patentgericht in Europa wegen unerlaubter Nutzung eines Wi-Fi-6-Patents verklagt. Im November 2025 trat HP dem Sisvel-Wi-Fi-6-Patentpool bei, der Zugang zu rund 2.000 Patenten bündelt — damit endeten die Klagen von Huawei und Philips gegen den PC-Hersteller.
Huawei selbst hat sein Patentgeschäft zuletzt ausgebaut und unter anderem mit Amazon Vergleiche geschlossen. Für Wi-Fi-6-Nutzung verlangt der Konzern 50 Cent pro Verbrauchergerät; bis Ende 2025 sollen mehr als 1,6 Milliarden Geräte ohne Mobiltelefone diese Technologie genutzt haben. Der neue Deal mit HP geht über Wi-Fi 6 hinaus und schließt explizit den neueren Wi-Fi-7-Standard ein.
KI-Strategie als zweite Baustelle
Während der Patent-Deal eher administrativer Natur ist, positioniert sich HP parallel als Vorreiter bei sogenannten "personal intelligence"-Geräten. Auf einem Branchengipfel argumentierte Personal-Systems-Chef Ketan Patel, dass PCs zunehmend KI-Inferenz direkt auf dem Gerät übernehmen statt in der Cloud — ein Trend, der laut HP durch stark steigende Cloud-Kosten befeuert wird. Als Beispiel nannte er einen Kunden, dessen jährliche KI-Ausgaben von 20 Millionen auf 200 bis 300 Millionen Dollar gestiegen seien.
HP schätzt, dass lokale Inferenz je 1.000 Mitarbeiter bis zu 650.000 Dollar sparen könnte, bei fortgeschritteneren Modellen sogar bis zu 2 Millionen Dollar. Der Konzern sieht den Markt für agentenbasierte KI bis 2028 bei einem Volumen von 6 Billionen Dollar und erwartet, dass Premium-PCs davon überproportional profitieren.
Die beiden Nachrichten laufen an diesem Tag parallel, ohne direkten Zusammenhang: Der Huawei-Deal regelt Patentrechte im Hintergrund, während HP sein KI-Narrativ auf der Bühne vorantreibt. Für Anleger bleibt entscheidend, wie sich die angekündigten Kosteneinsparungen bei Unternehmenskunden tatsächlich in Hardware-Nachfrage übersetzen — HP legt an diesem Donnerstag in Peking-Zeit seine Quartalszahlen vor.
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