Honeywell Aktie: Solstice bricht Element-Solutions-Deal ab
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 02:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die strategische Neuausrichtung des Honeywell-Konzerns hat in der vergangenen Woche einen Dämpfer erhalten. Am vergangenen Donnerstag wurde bekannt, dass Solstice, eine Ausgründung von Honeywell, die geplante Übernahme von Element Solutions nicht weiterverfolgt.
Wie Reuters berichtete, hätte das Transaktionsvolumen für den Spezialchemie-Anbieter bei rund 14,5 Milliarden US-Dollar gelegen. Die Fusion sollte ursprünglich einen führenden Zulieferer für Chemikalien in der Halbleiterfertigung schaffen.
Solstice beendet Verhandlungen mit Element Solutions
Der Abbruch der Verhandlungen markiert ein Ende der Bemühungen, das Portfolio durch diese Großakquisition im Bereich der Halbleiterkomponenten zu erweitern. Gründe für das Scheitern der Gespräche wurden zunächst nicht detailliert öffentlich.
Das Vorhaben galt als zentraler Baustein, um die Marktposition der ausgegründeten Sparte in einem technologisch anspruchsvollen Sektor zu festigen. Anleger reagierten auf die Nachricht mit Blick auf die künftige Kapitalallokation des Konzernumfelds aufmerksam.
Neue Führungsstruktur im Automatisierungsgeschäft
Parallel zum geplatzten Deal treibt Honeywell Technologies die personelle Neuaufstellung seiner operativen Einheiten voran. Zum 1. Oktober 2026 treten entscheidende Änderungen in der Führungsspitze in Kraft.
Billal Hammoud wird die Position des President und CEO für den Bereich Process Technology übernehmen. Zeitgleich wird Juan Picon als President und CEO den Geschäftsbereich Building Automation leiten. Diese Ernennungen sind Teil der neuen Betriebsstruktur nach der Aufspaltung.
Das Unternehmen trennt künftig das Luftfahrtgeschäft (Honeywell Aerospace) deutlicher von den verbleibenden, auf Automatisierung spezialisierten Geschäftseinheiten.
Ein langjähriger Anwärter auf Spitzenpositionen hat den Konzern unterdessen verlassen: Medienberichten zufolge wechselte Ken West, der zuvor als Kandidat für das oberste Management galt, zum Konkurrenten QXO. Er wird dort bereits ab September die Rolle des Chief Operating Officer übernehmen.
Analysten sehen nach Kursrutsch Potenzial
Trotz der Unruhe im Management und des gestoppten Zukaufs blicken Marktbeobachter konstruktiv auf die künftige Entwicklung einzelner Sparten. Die Analysten von Morgan Stanley haben Honeywell Aerospace am 19. August von „Equal-weight“ auf „Overweight“ hochgestuft.
Das Kursziel wurde in diesem Zusammenhang auf 205 US-Dollar festgesetzt. Die Experten begründeten ihre Einschätzung mit einer notwendigen Neubewertung, nachdem die Aktie zuvor unter deutlichem Verkaufsdruck gestanden hatte. Auf dem aktuellen Niveau betrachten die Analysten das Papier als günstig bewertet.
In den kommenden Wochen wird die Unternehmensführung vermehrt den Dialog mit dem Kapitalmarkt suchen. Honeywell Aerospace hat die Teilnahme an drei bedeutenden Investorenkonferenzen im September bestätigt.
Den Auftakt bildet die Jefferies Industrials Conference am 9. September. Es folgen Präsentationen auf der Vertical Research Partners Global Industrials Conference am 10. September sowie auf der Morgan Stanley Laguna Conference am 15. September. Anleger erwarten dort nähere Informationen zur operativen Trennung und zur künftigen Wachstumsstrategie.
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