Honeywell, Aktie

Honeywell Aktie: Aufspaltung in Aerospace und Advanced Materials geplant

Veröffentlicht am: 30.08.2026 um 05:28 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Honeywell besetzt zwei Führungsrollen neu, plant Abspaltungen und sieht für den verbleibenden Konzern bis 2029 deutlich weniger Umsatz vor.

Honeywell ordnet Führung neu und treibt Konzernaufspaltung voran
Abstrakte Darstellung von Luft- und Raumfahrttechnik kombiniert mit modernen Industriematerialien in einem Finanzkontext. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der US-Industriekonzern Honeywell stellt die Weichen für eine umfassende organisatorische Neuausrichtung. Während das Unternehmen zwei zentrale Führungspositionen neu besetzt hat, rücken zugleich die langfristigen Pläne für die Aufspaltung des Konglomerats in den Fokus der Anleger.

Die strategische Transformation findet vor dem Hintergrund einer volatilen Marktphase statt, in der sich das Unternehmen zunehmend auf spezialisierte Wachstumsfelder konzentriert.

Neubesetzungen in den Kernsegmenten

Zum 1. Oktober wird Billal Hammoud die Position des President und CEO für den Bereich Process Technology übernehmen. Zeitgleich wurde Juan Picon zum Leiter des Segments Building Automation ernannt. Diese Personalentscheidungen stehen im direkten Zusammenhang mit der geplanten Verschlankung des Konzerns. Laut Medienberichten beabsichtigt Honeywell, die Geschäftsbereiche Aerospace Technologies und Advanced Materials künftig abzuspalten.

Die langfristige Prognose für den verbleibenden Konzernteil sieht bis zum Jahr 2029 einen Umsatz von etwa 22,5 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 3,2 Milliarden US-Dollar vor.

Diese Zahlen implizieren einen jährlichen Umsatzrückgang von durchschnittlich 16,1 Prozent im Vergleich zum aktuellen Portfolio, was die Tragweite der geplanten Ausgliederungen verdeutlicht. Trotz des schrumpfenden Gesamtvolumens zielt das Management durch die Konzentration auf Automatisierung und Prozessoptimierung auf eine höhere Effizienz ab.

Herausforderungen nach der Aerospace-Abspaltung

Die Komplexität solcher Abspaltungen zeigt sich derzeit am Beispiel von Honeywell Aerospace (HONA). Das Unternehmen wurde bereits am 29. Juni als eigenständige Einheit aus dem Honeywell-Konzern ausgegliedert. Wie die Anwaltskanzlei Robbins Geller Rudman & Dowd LLP mitteilte, wurde nun eine Untersuchung wegen möglicher Wertpapierverstöße gegen HONA eingeleitet.

Auslöser waren die am 5. August vorgelegten Quartalszahlen: Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal einen Gewinn pro Aktie von 1,87 US-Dollar, was einem Rückgang von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach. Zudem wurde die Prognose für das organische Wachstum deutlich von zuvor 7 bis 9 Prozent auf nun 4 bis 5 Prozent gesenkt.

Parallel dazu sucht Honeywell International weiterhin nach neuen Kooperationsmöglichkeiten, um seine technologische Basis zu verbreitern. Am 27. August besuchten Führungskräfte des Konzerns den Hauptsitz von Wison in Shanghai, um über Innovationen in den Bereichen kohlenstoffarme Energie und globale Marktchancen zu beraten. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit über einem Jahrzehnt zusammen.

Marktbewertung und Analystenstimmen

An den Börsen zeigte sich Honeywell zuletzt widerstandsfähig gegenüber dem schwächeren Gesamtmarkt, der am Freitag durch Äußerungen aus dem Umfeld der US-Notenbank Federal Reserve belastet wurde. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei 190,14 Euro, was einem Tagesplus von 1,4 Prozent entspricht. Dennoch belastet die kurzfristige Historie das Chartbild: Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet die Aktie ein Minus von 11 Prozent.

Die Einschätzungen zur Bewertung gehen derweil auseinander. Analysten von Zacks führen den Wert aktuell mit einem "Strong Sell"-Rating und verweisen auf ein hohes Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26,7, was deutlich über dem Branchendurchschnitt von rund 13 liegt.

Im Gegensatz dazu berechnet das Analysehaus Simply Wall St auf Basis von Discounted-Cashflow-Modellen einen fairen Wert von 263,11 US-Dollar pro Aktie. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 35,6 signalisieren die technischen Indikatoren zudem, dass der Wert sich allmählich einer überverkauften Zone nähert, was für einige Marktteilnehmer als Bodenbildungsversuch interpretiert werden könnte.

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