Homann, Holzwerkstoffe

Homann Holzwerkstoffe: Werk in Litauen steht still

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 09:47 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Homann Holzwerkstoffe meldet für das erste Halbjahr einen EBITDA-Verlust und plant eine zwölf- bis 21-monatige Pause in Litauen.

Homann Holzwerkstoffe stoppt Produktion in Litauen vorerst
Leere Industriehalle einer Holzverarbeitungsfabrik mit Maschinen und Holzplatten. Illustration mit AI erstellt.

Ein Neubau, kaum in Betrieb genommen, und schon wieder heruntergefahren: Homann Holzwerkstoffe legt die Produktion am litauischen Standort Pagiriai vorübergehend still. Der Halbjahresbericht 2026 zeigt, wie teuer der Fehlstart geworden ist.

Zahlen brechen ein

Der Umsatz blieb mit 194,4 Millionen Euro nahezu stabil gegenüber dem Vorjahreswert von 195,0 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb davon aber wenig übrig. Das bereinigte operative EBITDA rutschte auf minus 1,4 Millionen Euro, nach 22,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Herausgerechnet aus den Anlaufverlusten in Litauen hätte das EBITDA bei 13,9 Millionen Euro gelegen – immer noch deutlich unter dem Vorjahreswert von 26,6 Millionen Euro. Das Konzernergebnis fiel auf minus 29,4 Millionen Euro, verglichen mit minus 2,7 Millionen Euro im Vorjahr.

Neben den Werksproblemen schlugen Kostensteigerungen von teils über 50 Prozent bei Chemikalien, Holz, Energie und Transport zu Buche, ausgelöst durch den Nahost-Konflikt. Erst ab Juni gelang es dem Unternehmen, diese Mehrkosten an Kunden weiterzugeben.

Pause soll Verluste bremsen

Das Management reagiert mit einer temporären Kapazitätsanpassung im Werk Pagiriai – die Anlage soll für zwölf bis 21 Monate stillgelegt werden, bis sich die Nachfrage nachhaltig erholt. Allein davon erwartet die Gesellschaft für die zweite Jahreshälfte eine Entlastung der operativen Verluste am Standort um 5 bis 6 Millionen Euro gegenüber dem ersten Halbjahr.

Die Bilanz zeigt die Spuren der schwierigen ersten sechs Monate deutlich. Das Eigenkapital sank zum 30. Juni auf 153,9 Millionen Euro, nach 186,3 Millionen Euro Ende 2025, die Eigenkapitalquote liegt nun bei 26,8 Prozent. Der operative Cashflow drehte auf minus 14,2 Millionen Euro.

Geplante Investitionen wurden zurückgestellt, wodurch sich der Cashflow aus Investitionstätigkeit auf minus 8,6 Millionen Euro fast halbierte. Auf der Finanzierungsseite hat das Unternehmen eine kurzfristige Brückenfinanzierung über 30 Millionen Euro durch ein langfristiges Tilgungsdarlehen mit Laufzeit bis 2031 ersetzt und damit die Fälligkeitsstruktur verbessert.

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Homann mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau von rund 383 Millionen Euro und einem bereinigten EBITDA zwischen 10 und 15 Millionen Euro. Bereinigt um die Litauen-Anlaufverluste soll die Marge zwischen 34 und 39 Millionen Euro liegen, nach 54 Millionen Euro im Vorjahr.

Geschäftsführer Fritz Homann verweist auf umgesetzte Preiserhöhungen und rechnet mit einer schrittweisen Markterholung in den kommenden Monaten – ob die Pause in Litauen reicht, um das Werk wieder profitabel hochzufahren, entscheidet sich frühestens im kommenden Jahr.

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