Homann, Holzwerkstoffe

Homann Holzwerkstoffe: Prognose halbiert

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 12:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Möbelwerkstoff-Hersteller Homann senkt wegen Anlaufverlusten in Litauen und hoher Kosten seine Jahresprognose deutlich. Das erste Halbjahr schloss mit negativem EBITDA ab.

Homann Holzwerkstoffe kappt Jahresziele: EBITDA-Prognose halbiert
Moderne industrielle Holzverarbeitungsanlage mit gestapelten Holzplatten in einer Fabrikhalle bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Von einem moderaten Anstieg zu einem satten Einbruch: Homann Holzwerkstoffe hat seine Jahresprognose deutlich zurückgenommen. Statt eines erwarteten Zuwachses gegenüber dem Vorjahreswert von 38,2 Millionen Euro rechnet der Möbelwerkstoff-Hersteller nun nur noch mit einem bereinigten EBITDA zwischen 10 und 15 Millionen Euro.

Der Blick auf das erste Halbjahr zeigt, wie tief der Einschnitt sitzt. Die Umsatzerlöse blieben mit rund 194,4 Millionen Euro nahezu stabil, das bereinigte EBITDA rutschte jedoch auf minus 1,4 Millionen Euro ab — nach plus 22,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Litauen bleibt der Problemfall

Für den Ergebniseinbruch sorgen gleich mehrere Faktoren gleichzeitig. Die Nachfrage aus der Möbelindustrie blieb zurückhaltend, hinzu kommen anhaltend hohe Anlaufverluste am Werk im litauischen Pagiriai. Kostensteigerungen bei Chemikalien, Holz, Energie und Transport infolge des Nahost-Konflikts trieben die Belastung zusätzlich nach oben — bei einzelnen Positionen um mehr als 50 Prozent.

Bereinigt um die Litauen-Anlaufverluste hätte das EBITDA im ersten Halbjahr immerhin bei 13,9 Millionen Euro gelegen. Das Management reagiert nun mit einer vorübergehenden Kapazitätsanpassung in Pagiriai, um die Verluste einzudämmen. Allein diese Maßnahme soll die operativen Verluste am Standort in der zweiten Jahreshälfte um 5 bis 6 Millionen Euro gegenüber dem ersten Halbjahr senken.

Etwas Entlastung gibt es an anderer Stelle: Seit Juni ließen sich die Kostensteigerungen größtenteils an Kunden weitergeben, zudem zog die Nachfrage leicht an. Das Management rechnet deshalb mit einer Verbesserung der Ertragslage im zweiten Halbjahr — bereinigt um die Litauen-Effekte peilt Homann für das Gesamtjahr weiterhin ein EBITDA zwischen 34 und 39 Millionen Euro an, nach 54 Millionen Euro im Vorjahr.

Für Anleihegläubiger der Unternehmensanleihe 2025/2032 gibt es am 19. August einen Investoren-Webcast, in dem das Management die Lage einordnen will. Der vollständige Halbjahresbericht folgt am 11. September.

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