Hims & Hers Aktie: FTC wirft Datenweitergabe an Meta vor
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rund um das US-Telemedizinunternehmen Hims & Hers spitzen sich die juristischen Auseinandersetzungen zu. Vor dem US-Bezirksgericht für den Nördlichen Bezirk von Kalifornien laufen Vorbereitungen für eine Wertpapier-Sammelklage gegen das Unternehmen und Mitglieder der Führungsebene.
Aktionäre, die zwischen dem 4. August 2025 und dem 29. Juli 2026 Wertpapiere erworben haben, müssen bis zum 2. November 2026 Anträge stellen, um die Rolle des Hauptklägers zu übernehmen.
Vorwürfe um Datenweitergabe und Abrechnung
Auslöser der Klagewelle ist ein Verfahren der US-Handelsbehörde FTC vom 29. Juli 2026. Die Behörde wirft dem Anbieter vor, sensible Gesundheitsdaten der Plattformnutzer ohne deren ausdrückliche Zustimmung an Werbedienstleister weitergegeben zu haben, darunter Meta Platforms und Snap.
Zudem beanstandet die FTC die Abrechnungspraxis: Hims & Hers habe Kunden unmittelbar nach dem Ausfüllen digitaler Aufnahmebögen für wiederkehrende Behandlungen zur Kasse gebeten, noch bevor eine tatsächliche Konsultation durch einen Arzt stattfand.
Hims & Hers weist die Vorwürfe zurück und sprach öffentlich von einem Versuch, Schlagzeilen auf Kosten des Unternehmens zu machen. Dennoch monieren die klagenden Kanzleien, dass frühere positive Unternehmensprognosen angesichts der drohenden Aufsichtsmaßnahmen und Strafen irreführend gewesen seien.
Anleger reagieren empfindlich auf die anhaltenden Rechtsstreitigkeiten. Im heutigen Handel legt die Aktie um 2,3 Prozent auf 24,94 Euro zu. Mit einem Abstand von 55 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bleibt der Titel jedoch spürbar hinter seinen früheren Spitzenwerten zurück.
Margendruck trübt das Wachstum
Zu den regulatorischen Belastungen gesellen sich betriebswirtschaftliche Herausforderungen. Zwar kletterte der Umsatz im zweiten Quartal 2026 um 38 Prozent auf 753,2 Millionen Dollar, doch die Bruttomarge sackte von 76 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 64 Prozent ab. Unter dem Strich stand im Quartal ein Nettoverlust von 86,3 Millionen Dollar.
Kostenseitig belasten insbesondere die internationale Expansion sowie der Ausbau von Markenbehandlungen. Zuletzt veräußerte Finanzchef Oluyemi Okupe im Rahmen eines vorab festgelegten Rule-10b5-1-Handelsplans 12.313 Anteilsscheine.
Marktbeobachter richten ihr Augenmerk nun darauf, ob die juristischen Risiken Anpassungen bei den Prozessen zur Kundengewinnung erzwingen und dadurch das langfristige Umsatzziel von 6,5 Milliarden Dollar bis 2030 gefährden.
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