Hexagon, Purus

Hexagon Purus Aktie: 33-Prozent-Sturz in 30 Tagen

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 20:58 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hexagon Purus meldet 25 Prozent weniger Umsatz im zweiten Quartal, arbeitet aber an Liquidität, Kosten und der Umsetzung bestehender Aufträge.

Hexagon Purus: Kurs erholt sich trotz schwachem Quartal leicht
Abstrakte Darstellung eines industriellen Wasserstoff-Speichers bei Sonnenuntergang als Symbol für einen volatilen Markt. Illustration mit AI erstellt.

Die Aktie von Hexagon Purus verzeichnete am heutigen Mittwoch einen Kurszuwachs von 2,0 % auf 6,18 NOK. Damit stabilisiert sich das Papier leicht, nachdem es innerhalb der vergangenen 30 Tage einen Rückgang von 33 % hinnehmen musste.

Der aktuelle Relative-Stärke-Index (RSI) von 24,0 deutet zudem auf eine technisch überverkaufte Marktsituation hin. Das Unternehmen, das auf Wasserstoff-Systemlösungen spezialisiert ist, steht nach einem schwachen zweiten Quartal vor der Herausforderung, seine Kapitalstruktur zu festigen und den vorhandenen Auftragsbestand planmäßig abzuarbeiten.

Operative Herausforderungen nach dem zweiten Quartal

Vor über einem Monat legte das Unternehmen seine Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor, die einen deutlichen Umsatzrückgang markierten. Die Erlöse sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25 % auf 146 Millionen NOK.

Gleichzeitig belief sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf minus 102 Millionen NOK, gegenüber einem Fehlbetrag von 161 Millionen NOK im Vorjahr. Medienberichten zufolge war diese Entwicklung vor allem auf eine geringere Nachfrage in den Segmenten Transitbusse und Industriegasanwendungen zurückzuführen.

Parallel dazu schloss das Unternehmen vor rund einem Monat ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm ab. In diesem Zusammenhang fielen im zweiten Quartal Restrukturierungskosten in Höhe von 15 Millionen NOK an, die primär mit einem Personalabbau an den deutschen Standorten verbunden waren.

Die Belegschaft des Konzerns liegt damit nun mehr als 50 % unter dem Niveau des Jahres 2024. Diese Maßnahmen sind Teil der Strategie, die operative Effizienz zu steigern und die Gewinnschwelle schneller zu erreichen, nachdem im ersten Quartal 2026 durch Sondereffekte bereits ein ausgeglichenes EBITDA erzielt werden konnte.

Strategische Kooperationen und internationale Projekte

Trotz der kurzfristigen Umsatzschwäche verfügt Hexagon Purus über einen Auftragsbestand von 523 Millionen NOK. Das Management plant, etwa 83 % dieser Aufträge noch im laufenden Jahr 2026 auszuführen.

Ein wichtiger Bestandteil sind Lieferungen aus einem Großauftrag eines europäischen Energieunternehmens über Wasserstoff-Verteilungseinheiten im Wert von rund 6,2 Millionen Euro, die für das dritte und vierte Quartal vorgesehen sind.

Bereits im Juli lieferte das Unternehmen zehn neue Wasserstoff-Transportcontainer an den Produzenten Lhyfe aus, was als Bestätigung für die kommerzielle Zuverlässigkeit der Systeme gewertet wurde.

Auch international bleibt das Unternehmen aktiv. Über das Joint Venture CIMC-Hexagon wurde im Februar 2026 der erste Typ 4 MEGC in China eingeführt. In den USA agiert Hexagon Purus zudem als Technologiepartner für SWITCH Maritime, wobei die Zusammenarbeit auf die Entwicklung einer Plattform für Wasserstoff-Fähren ausgerichtet ist. Diese Projekte verdeutlichen die breite Aufstellung in verschiedenen geografischen Märkten und Anwendungsgebieten der Wasserstofftechnologie.

Fokus auf Kapitalstruktur und Liquidität

Ein zentraler Aspekt für Anleger bleibt die finanzielle Stabilität. Hexagon Purus beendete das zweite Quartal mit liquiden Mitteln in Höhe von 308 Millionen NOK. Das Management betonte, dass die Stärkung der Bilanz hohe Priorität habe. Dabei stehen insbesondere strukturelle Maßnahmen bezüglich der ausstehenden Wandelschuldverschreibungen auf der Agenda.

Um zusätzliche Liquidität zu generieren, wurde bereits im ersten Quartal die Veräußerung des Aerospace-Geschäfts an SpaceX abgeschlossen, was dem Unternehmen bis zu 15 Millionen US-Dollar einbrachte.

Zudem erfolgte im Mai ein Aktiensplit im Verhältnis 10:1, um die Handelbarkeit der Anteile anzupassen. Im selben Zeitraum wurde eine Kapitalerhöhung durchgeführt, bei der unter anderem CEO Morten Holum neue Anteile zeichnete.

Die nächsten detaillierten Einblicke in die finanzielle Entwicklung werden mit der Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 erwartet, die laut Finanzkalender für Oktober geplant ist. Bis dahin bleibt die konsequente Abarbeitung der bestehenden Aufträge der wesentliche Treiber für die operative Erholung.

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