Hermes Aktie: UBS senkt Kursziel drastisch
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 03:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Für den französischen Luxusgüterkonzern Hermès wächst der Druck im Vorfeld der Zwischenbilanz. Wenn das Traditionshaus am 22. Oktober um 8:00 Uhr die Umsatzzahlen für das dritte Quartal vorlegt, dürften Investoren besonders genau auf das Ausmaß der globalen Nachfragedämpfung blicken.
Die Aktie beendete den Handel gestern bei 1.286,00 Euro. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus damit auf 39 Prozent, nachdem das Papier erst am 7. Oktober bei 1.255,50 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert hatte.
Skepsis bezüglich der Markenexklusivität
Zusätzliche Unruhe brachte eine Neubewertung durch die Schweizer Großbank UBS in den Markt. Die Analysten stuften die Einstufung für Hermès am 5. Oktober von „Neutral“ auf „Sell“ ab und kappten ihr Kursziel von 1.695 Euro drastisch auf 1.168 Euro.
Die Experten begründeten diesen Schritt damit, dass eine zunehmende Verfügbarkeit von Taschen außerhalb strenger Zuteilungskontingente sowie ein wachsendes Angebot auf Wiederverkaufsplattformen die künstliche Verknappung schwächen. Dadurch werde die Nachfrage nach den Luxusartikeln anfälliger für konjunkturelle Schwankungen.
In der Folge reduzierte die UBS auch ihre Prognosen für den Gewinn je Aktie: Für das laufende Jahr 2026 senkte das Institut die Schätzung um 1 Prozent, für 2027 um 10 Prozent und für 2028 um 11 Prozent.
Gegenwind in wichtigen Kernmärkten
Die unternehmensspezifischen Bedenken treffen auf ein spürbar eingetrübtes Branchenumfeld. Laut Reuters belasten verschärfte Steuerprüfungen chinesischer Behörden bei wohlhabenden Bürgern die Kauflust im asiatischen Raum. Gleichzeitig mehren sich Anzeichen für eine nachlassende Konsumbereitschaft in den USA, während die geopolitischen Auswirkungen der militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten die Unsicherheit weiter vergrößern.
Trotz der Eintrübung hält der Konzern an seiner langfristigen Präsenz in den internationalen Metropolen fest. Im September erweiterte das Unternehmen sein Netzwerk: Am 19. September eröffnete Hermès eine neue Filiale im New Yorker Stadtteil Williamsburg, wenige Tage später folgte am 23. September die Wiedereröffnung des vergrößerten und renovierten Geschäfts im chinesischen Chengdu.
Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Flaute in den kommenden Quartalen abzufedern, wird die für den 22. Oktober angesetzte Telefonkonferenz mit Analysten zeigen müssen.
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