Hensoldt, Aktie

Hensoldt Aktie: Leonardo hält 25,1-Prozent-Anteil

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 04:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Leonardo bleibt trotz gestiegenem Aktienwert bei Hensoldt engagiert und sieht Kooperationspotenzial im Kampfflugzeugbereich.

Hensoldt-Aktie: Leonardo hält an Beteiligung trotz Kursverlusten fest
Hochmoderne Radartechnologie und Luft- und Raumfahrt-Infrastruktur in einer atmosphärischen, professionellen Aufnahme. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Leonardo hätte allen Grund, seinen Hensoldt-Anteil zu verkaufen. Der Wert der Beteiligung ist seit dem Einstieg deutlich gestiegen. Trotzdem denkt der italienische Rüstungskonzern derzeit nicht daran, Kasse zu machen.

Das machte Leonardo-Manager Lorenzo Mariani in der Telefonkonferenz zu den Halbjahreszahlen klar. Auf die Frage nach einem möglichen Verkauf sagte er: "Ich denke, Hensoldt läuft jetzt gut. Gute Ergebnisse. Der Wert liegt aktuell deutlich höher als zum Zeitpunkt unseres Einstiegs."

Der ursprüngliche Plan ist vom Tisch

Mariani räumte zugleich ein, dass sich die Logik hinter der Investition verändert hat. Ursprünglich zielte Leonardo auf eine Mehrheit an Hensoldt ab. Das ist heute nicht mehr möglich.

Trotzdem hält der Konzern an der Beteiligung fest. Mariani nannte zwei Gründe dafür. Der Verteidigungsmarkt entwickle sich so dynamisch, dass Leonardo den Anteil ohne Risiko eines Wertverlusts halten könne.

Der wichtigere Punkt betrifft den Bereich Kampfflugzeuge. Rund um den Eurofighter und ein mögliches Kampfflugzeug der sechsten Generation sieht Mariani noch ungenutzte Kooperationschancen zwischen Hensoldt und der italienischen sowie britischen Elektronikindustrie. Ein gesundes Eurofighter-Auftragsbuch könnte demnach neue Möglichkeiten schaffen. Das Programm für die sechste Generation bleibt dabei eine noch nicht bewertbare Option.

Leonardo hatte den 25,1-Prozent-Anteil 2021 für rund 606 Millionen Euro vom deutschen Staat übernommen. Berlin selbst hält weiterhin eine kontrollierende Beteiligung an Hensoldt und stuft das Unternehmen als sicherheitsrelevanten Vermögenswert ein.

Rekordzahlen bei Hensoldt und Leonardo

Die Aussagen fallen in eine Phase starker operativer Entwicklung. Hensoldt bekräftigte am Freitag seine Ziele für 2026. Der Auftragseingang hat sich im ersten Halbjahr mehr als verdoppelt, der Auftragsbestand liegt erstmals über 10 Milliarden Euro.

CEO Oliver Dörre führt das auf die Politik zurück. Die Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben schlage sich nun direkt im Auftragsbuch nieder.

Auch Leonardo selbst legte starke Zahlen vor. Der Auftragseingang stieg im ersten Halbjahr um rund 40 Prozent auf etwa 16 Milliarden Euro. Umsatz und Gewinn wuchsen um 10 beziehungsweise 74 Prozent, der Konzern hob seine Jahresprognose an. Finanzchef Giuseppe Aurelio hob dabei ausdrücklich die Beiträge von MBDA und Hensoldt zum Wachstum der Verteidigungselektronik-Sparte hervor.

Kurs bleibt unter Druck

Die operative Stärke spiegelt sich derzeit nicht im Aktienkurs. Hensoldt schloss am Freitag bei 79,76 Euro, ein Minus von 4,64 Prozent an einem einzigen Tag. Vom 52-Wochen-Hoch bei 115,10 Euro, erreicht im Oktober 2025, ist die Aktie noch rund 31 Prozent entfernt.

Ein Grund für die Nervosität liegt einen Monat zurück. Deutschland hatte entschieden, das F126-Fregattenprogramm aufzugeben. Der Verlust dieser Marineaufträge nährte Sorgen um die künftigen Wachstumsaussichten von Hensoldt.

Die aktuelle Prognosebestätigung soll diese Sorgen nun zerstreuen. Ob das gelingt, hängt auch davon ab, wie institutionelle Investoren wie Leonardo die operative Entwicklung von Hensoldt in den kommenden Monaten bewerten.

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