Henry Schein Aktie: Zölle bessern Bilanz auf
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 12:54 Uhr | Redaktion boerse-global.deHenry Schein hat im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen und die Gewinnprognose für 2026 angehoben. Allerdings hilft ein Sondereffekt kräftig mit: Rückerstattungen aus Zöllen schlagen im Ergebnis zu Buche. Wer die Zahlen richtig lesen will, muss deshalb zweimal hinsehen.
Wachstum im Kerngeschäft
Der Umsatz stieg um 4,0 Prozent auf 3,47 Milliarden Dollar, intern in lokalen Währungen waren es 3,1 Prozent. Analysten hatten mit rund 3,48 Milliarden Dollar gerechnet, der Umsatz lag also etwa im Rahmen. Der Treiber ist das US-Dentalgeschäft mit Verbrauchsmaterialien: Es wuchs um 8,6 Prozent, getragen vor allem von Mengen und Marktanteilsgewinnen. Konzernchef Fred Lowery spricht von einem stabilen Markt.
Schwächer lief es in anderen Bereichen. Das Medizinvertriebsgeschäft legte nur um 1,1 Prozent zu, die Value-Added Services gingen um 4,8 Prozent zurück.
Gewinn: Was bleibt ohne Sondereffekte?
Der bereinigte Gewinn je Aktie liegt bei 1,56 Dollar, erwartet waren 1,36 Dollar. Darin steckt jedoch ein Nettovorteil aus Zollrückerstattungen von 0,19 Dollar je Aktie. Im Vorjahresquartal hatte ein Neubewertungsgewinn von 0,23 Dollar das Ergebnis gestützt.
Rechnet man beides heraus, bleiben 1,37 Dollar nach 1,15 Dollar im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von 19,1 Prozent und liegt noch leicht über der Konsensschätzung. Der Gewinn nach US-GAAP kletterte auf 1,06 Dollar je Aktie, nach 0,84 Dollar.
Die bereinigte Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um 40 Basispunkte auf 9,24 Prozent.
Prognose angehoben, Rückkäufe laufen
Für 2026 erwartet das Management nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,50 bis 5,56 Dollar. Das bereinigte EBITDA soll im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Die Zollrückerstattungen sind in der Prognose enthalten, weitere erwartet das Unternehmen nicht. Zudem plant es im Schlussquartal begrenzte Wachstumsinvestitionen, die erst 2027 wirken sollen.
Aktionäre profitieren außerdem von Rückkäufen. Im dritten Quartal erwarb der Konzern rund 1,4 Millionen eigene Aktien für 125 Millionen Dollar. Für weitere Rückkäufe sind noch etwa 330 Millionen Dollar autorisiert.
Vor den Zahlen notierte die Aktie bei etwa 85 Dollar. Die 16 Analysten, die den Titel verfolgen, sahen im Schnitt ein Kursziel von 96,87 Dollar. Zusätzliche Aufmerksamkeit dürfte der Wechsel an der Finanzspitze erhalten: Henry Schein hatte Anfang Oktober angekündigt, die CFO-Position nach den Quartalszahlen neu zu besetzen.
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